Hallo,
wir waren heute gegen im Spitzweg, vertrauend auf eine ältere Empfehlung vom Feinschmecker (Zeitschrift, Restauranttests), welche mit einem f bewertet hatten.
Um es kurz zu machen:
Die Vorspeisen waren ordentlich, wenn auch kein Highlight. Die Hauptgerichte waren vom Niveau höchstens gutbürgerlicher Standard - dafür gab es aber gesalzene Preise, die in keinem Verhältnis zur Qualität des Essens stehen.
Wir waren gegen 18:30 dort, zunächst waren fast keine Gäste da. Stress kann die schlechte Leistung der Küche sicher nicht entschuldigen.
Service: Der Service war zwar nicht professionell, aber doch schnell, freundlich und einfach ungezwungen.
Preis:
Indiskutabel. Wir haben für 2 Personen incl. 2 Glas Wein, 1 Wasser und Nudeln für unser Kind 96 Euro gezahlt. Das ist für die erbrachte Küchenleistung einfach zu viel. Für das gleiche Geld bekommen wir in Düsseldorf im Robert's Bistro ein 3-gängiges Abendessen zum dahinschmelzen !
Fazit: Spitzweg nie wieder.
Details zu unserem Essen:
Die Vorspeisen waren ganz ordentlich, wenn auch kein highlight.
Vorspeise 1:
Pikantes Tomaten-Gemüse-Couscous mit Garnelen und Basilikumpesto.
Ordentlich gemacht. Halt ein Esslöffel couscous in Zylinderform, wie schon oft gegessen. Dazu gebratene, kleine Garnelen. Es fehlte frische oder der aromatische Kick, daher etwas langweilig. Pesto war zu lange vorbereitet, hätte frischer sein können.
Verbesserungs-vorschlag: Das Couscous in guter Brühe kochen (aroma, salz !). Dem couscous eine interessante Note geben - z.B. mit frischer Minze. Dazu neben den Garnelen einen Spiegel aus einer süß-sauren Limonensaft-brühe-reduktion.
Vorspeise 2:
Wilder Kräutersalat auf Rote Beete Carpaccio mit Haselnuß-Himbeer-vinaigrette und Ziegenkäse-Praline.
Ordentlich. Himbeer kam nicht so richtig durch. Grüner salat war nur ein Esslöffel, das war zu wenig. Ziegenkäse: ok, schon besser gegessen.
Verbesserungsvorschlag: Gölles Waldhimbeeressig verwenden (bei http://www.bosfood.de) , frischen Himbeeren dazu geben. Fruchtiges, natives Olivenöl verwenden. Grössere Portion grünen Salat, auch frischen Wildkräutersalat verwenden (z.B. von http://www.frischeparadies.de) . Würde einen milderen, sahnigeren Ziegenkäse verwenden. Diesen als Scheibe mit wenig Kanadischem Honig leicht Übergrillen und lauwarm zum Salat servieren.
Hauptspeise 1:
Frischlings-Mignons auf Wacholderrahm, Rosenkohl und Preisselbeer Spätzle.
Katastrophe! Das tolle Frischlings-fleich war zäh durchgebraten. Die Soße war fast auf Tütensoßenniveau. Der Rosenkohl wurde in der Pfanne dunkelbraun verbrannt. Die Spätzle waren ok, wenn auch ein bisschen fettig durch das braten in der Pfanne.
Das ganze war unappetitlich angerichtet. Teller zu voll, in Soße ertränkt.
Verbesserungsvorschlag:
Fleisch: Das Frischlingsfleisch mit der Niedertemperaturgarmethode bei 65-80 Grad lange und langsam gar werden lassen. Dadurch bleibt es superzart.
Soße: vorschlag für eine Soße (Spontane idee, experimentieren notwendig): Idee ist eine Soße welche leicht Süß, aber auch herb-bitter nach Wermut und Wacholder schmeckt. Grundlage der Soße sollte ein sehr guter Fond sein. Für die Soße Schalotten in Butter anbraten, mit Wermut (Noilly Prat) ablöschen. Wermut komplett reduzieren. Mit Kalbsfond (frisch, glas) ablöschen. Gemörserte Wacholderbeeren, Lorbeer, Pfefferkörner in einem Gewürzsäckchen dazugeben und mitkochen lassen. Nach einer Weile Soße reduzieren, evtl. ein Schuß Sahne hinzu und binden - oder mit Butter montieren. Mit einer Prise Zucker, Salz und Pfeffer würzen.
Rosenkohl: Einfach kochen/blanchieren, und dann kurz in der Pfanne mit Butter/Salz schwenken. Sollte frisch und grün sein, nicht verbrannt.
Anrichten: Fleisch, gemüse und spätzle separat. Aromatischer leicht süß-bitterer Wermut-Wacholder-spiegel um das zarte rosa Fleisch.
Hauptspeise 2:
Gänsebrust auf Granatapfelsauce mit Klößen und Birnenrotkohl.
Die absolute Katastrophe. Böse gesagt, war das ein Gericht auf Bus-verkaufsveranstaltungs-niveau.
Die Gänsebrust leicht angebrannt, die Soße lieblos bis geschmacklos. Dazu Kartoffelknödel (da kann man nicht viel falsch machen) und ein verkochtes Rotkraut.
Nachspeise:
Wir haben auf die Nachspeise verzichtet, und sind gegangen. read more