Im Moment muss ich sehr heftig schmunzeln, wenn ich lesen darf, was der Kollege Henry so verzapft.
Auch meine Wenigkeit war zugegen an besagtem Abend, jedoch habe ich ein gänzlich anderes Gesamtbild.
Es wurde für den Abend für die besagte Personenanzahl in der Tat reserviert. Es wurde auch vorher festgelegt, wer welches Essen bekommen solle. Jedoch wollte man sich auf keine Sitzordnung festlegen, weshalb die Oberkellnerin des Abends zunächst jeden Gast fragen musste, welches Essen er oder sie geordert hatte. Lustigerweise konnten sich zumindest an meinem Tisch nicht mehr alle Personen daran erinnern. Dies hatte natürlich zur Folge, dass der ganze Ablauf bei der Bestellungsaufnahme in die Länge gezogen wurde. Zudem kann sich jeder denkende Mensch vor Augen führen, dass die gesamte Vorbereitung einer Küche, welche noch den normalen Andrang eines Restaurants zu bewältigen hat und auf Grund der Vorbestellung auch die Personalplanung machte, somit ad absurdum geführt wurde. Sich nun über einen durchaus spürbar verzögerten Ablauf zu beklagen ist meines Erachtens nur im geringen Masse das Problem des Restaurants.
Hinzu kommt die doch recht seltsame Wahrnehmung meiner Kollegen von sich selbst. Wenn ich mich nicht benehmen kann, die Menschen die mich bedienen sollen von oben herab behandle, mir teilweise bewusst und mit Ankündigung einen Spaß daraus mache diese Menschen auflaufen zu lassen, so hat das natürlich Konsequenzen. Als kleines Beispiel: Wenn ich einen Wein bestelle der aus mehr als 1 Rebsorte besteht, dieser in jedem Jahr so abgestimmt wird, dass die Qualität möglichst gleichbleibend ist, so macht der Jahrgang wenig Unterschied. Wenn die Flasche Wein nun gezeigt wird und diese Flasche aus einem 1 Jahr frischeren Jahrgang ist, so muss ich weder den Kellner als eine Person bezeichnen, die sich mit Weinen nicht auskennt, noch muss ich dieser Person Beschimpfungen zuraunen die der gesamte Tisch vernehmen kann. In jedem Fall muss ich auch nicht ärgerlich werden, wenn der Kellner sich entschuldigt und den Chef zu Rate zieht und an den Tisch holen möchte. Solche Spiele wiederholten sich. Es war deutlich spürbar wie verunsichert die Mitarbeiter des Hauses wurden, es war zudem die Verärgerung des Chefs spürbar. Im Grunde hat es mich gewundert, wie stark sich dieses Team zusammen genommen hat um den Abend nicht eskalieren zu lassen, der auf Grund falscher Planung und mangelhaftem Gedächtnisses der Gäste auf die falsche Bahn geraten war.
Jeder Tisch wurde zudem nicht mit EINEM sondern mit DREI Brotkörbchen bedacht, welche auch bis einschließlich dem Suppengang nachgefüllt wurden. Wenn schon kritisiert werden soll, mögen doch bitte alle Personen zunächst vor der eigenen Türe kehren und vor allem bei der Wahrheit bleiben.
Die Wahrheit ist, die Rumpsteaks waren tatsächlich sehr dünn geraten, was nicht nur daran lag, dass die weiteren Rumpsteaks des Tisches blutig sein sollten. Die Reaktion des Kellners jedoch war nicht die souveränste, angesichts der Art der Reklamation aber fast schon amüsant. Was erwarte ich als Gast für eine Reaktion, wenn ich mein Fleisch mit den Worten reklamiere, auf welcher Müllkippe ich dieses gestohlen habe? Diese Dame wäre bei mir in diesem Augenblick der Lokalität verwiesen worden. Der Kellner versuchte eine Erklärung, es handle sich um das gleiche Stück Fleisch, welches jeder auf seinem Teller habe. Jedoch machte die Dame mit ihren Beleidigungen weiter, weshalb der Kellner in der Tat den rat gab, ihn demnächst beim Einkauf doch zu begleiten, wenn man ihm nicht glaube. Auch hier ist es natürlich der Person selbst sehr zuträglich nur die halbe Geschichte zu erzählen. Jedoch empfinde ich es als ungerecht ein Haus wie das Restaurant Gummersbach mit Vorsatz in den Schmutz zu ziehen. Es spricht für das Haus Gummersbach die Reklamation dennoch angenommen zu haben. Auch hatte der Kellner trotz der Provokation noch ein bewundernswertes Mass an Selbstreflektion übrig um sich mit einem Glas Sekt bei der Dame zu entschuldigen. 28,50 EUR sind im Übrigen für diese Art von Fisch und für ein Fischfilet in dieser Größe durchaus gerechtfertigt, so fern ich nicht von Tiefkühlkost sondern von Qualität ausgehe. Selbstverständlich weiß ich nicht, wo meine Kollegen normalerweise einkaufen und welche Essgewohnheiten sie haben. Aber diese einzuschätzen obliegt dem Leser und dürfte nicht allzu schwierig sein. Jedoch sind frische und qualitativ gute Lebensmittel nun einmal teurer. Für mich war es kein gelungener Abend. Dies lag aber weniger an dem Restaurant sondern fast ausschließlich an meinen Kollegen, weshalb meine Frau und ich zu dem Schluss gekommen sind etwaige weitere Veranstaltungen dieser Art zu meiden. Stattdessen gehen wir gerne alleine etwas essen. Vielleicht im Restaurant Gummersbach. Nicht wahr mein Schatz? read more