Ich bin beruflich sehr viel in ganz Deutschland unterwegs. Da ich (manchmal
gerne, manchmal gezwungenermaßen) mindestens fünfmal wöchentlich zwei mal
täglich auswärts esse, habe ich doch sehr gute Vergleichsmöglichkeiten. Heute habe ich mich entschlossen, meine Meinung auch mal kund zu tun, davon
lebt das Internet :-) Gleichzeitig möchte ich mich hiermit bei allen bedanken, die mich mit ihren
Berichten schon vor manchem Restaurantbesuch gerettet haben Wenn das Aphrodite das beste Restaurant oder der beste Grieche in Ingolstadt
sein soll, gehe ich beim nächsten lieber zur Suppenausgabe der Heilsarmee Mein Erlebnis am gestrigen Abend war nämlich folgendes: Von der Arbeit geplagt und dem Hunger getrieben lief ich gegen 21 Uhr durch
die Stadt auf der Suche nach einem guten Essen und einem leckeren Tröpfchen
irgendwas. Ich wollte mir gerade das Aphrodite, zufällig auf meinem Weg gelegen
von aussen ansehen, als drei ältere Gäste heraus kamen und meinten, dass man
dort sehr gut essen könne. Leicht glücklich und vertrauensvoll ging ich dann
ohne weitere Überlegungen rein. An der Tür stand ein älterer Herr, der wohl anscheinend der Chef war. Er
zeigte mir einen Tisch im hinteren Bereich des Restaurants. Ein Lächeln hätte
ihm sicher sehr gut gestanden, und ein Guten Abend wäre ebenfalls zu erwarten
gewesen. Ich ging also an dem Tresen vorbei, zu dem Tisch hin. Also Leute, wer
hier von einem griechischen Ambiente spricht, ist wahrscheinlich noch nie bei
einem Griechen ausserhalb der Ingolstädter Stadtmauer eingekehrt. Im ganzen
Restaurant liegt ein alter Teppich, der sicher nicht mehr einladend aussieht.
Die Stühle und Sitzbänke im Gelsenkirchener Barock der guten alten 80er Jahre
werten das Ambiente sicher auch nicht auf.Wenn man sich dann auf die Polsterung
niederlässt, sollte man kein Allergiker sein, zumindest nicht was Staub angeht.
Der Tresen ist mehr als unaufgeräumt, und hinter der Theke stapeln sich etliche
leere Bier- und Colakisten. Das ist nicht einladend, und eigentlich war ich auch
schon total genervt, aber andererseits wollte ich dem auch eine Chance geben.
Achja, innerlich lachen musste ich auch noch, als ich die chinesischen
Wandteller an der Wand hängen sah. Zwar kam die Karte, aber immer noch keine Begrüssung. Was solls. Ich wollte
was essen und mich nicht aussprechen. Von der Karte war ich sehr enttäuscht. Nicht, dass ich beim Griechen eine
Menge verschiedener Gerichte erwarte. Nein, mir ist es auch lieber,wenn sich
jemand auf fünf Gerichte konzentriert und die ordentlich macht, als zuviele, die
er nicht kochen kann. Es gab verschiedene Teller, mit allen möglichen
Kombinationen, aber leider nicht dass was ich wollte. Ich mochte nämlich weder
Gyros noch Lamm. Ich sagte das dem Chef, dass ich gerne was mit Souflaki und
Filet wollte, und ob man mir das zusammenstellen könne. Die Antwort war, ich
solle Sokrates Teller nehmen, da wäre kein Gyros drauf (dafür aber unter anderem
gleich zweimal Lamm). Noch etwas hätte mich an der ganzen Sache stutzig machen
müssen. Auf der Karte gab es auch Pizza, was doch für einen Griechen eher
unüblich ist. Ich bestellte also eine Fanta, einen Ouzo, zur Vorspeise Käse mit Oliven und
dann zum Hauptgang eben den empfohlenen Sokratesteller. Ich möchte nochmal klar sagen, dass es kein gehobenes Ambiente ist, dafür
sind die Preise aber auch, anders als manche hier behaupten nicht hoch, sondern
eher sogar noch unter Durchschnitt (es sei denn man kennt sonst nur die
Soljankabude in Jena). Was mich am Preis nur prinzipiell ärgerte war, dass bei
den Getränke nur kleine Gläser für (ich glaube) 2,40 Euro aufgelistet sind, man
mir aber eine grosse Fanta für 3,20 Euro brachte. Ist aber eher eine
Prinzipsache. Ich hatte von meinem Platz aus einen guten Blick auf den Tresen, und sah wie
man den Ouzo einschenkte. Man nahm die Flasche aus dem Regal, und nicht aus dem
Kühlschrank, und kippte den Ouzo in ein Gläschen, das in seinem bescheidenen
Glasleben noch nie einen Eiswürfel gesehen hat. Da hab ich schon fast Sodbrennen
vom hinsehen gehabt. Käse und Oliven kamen auch, und um es höflich zu umschreiben, hätte ich auch
mal eben schnell an der Tankstelle lang lecken können, so ölig wie das war. Also
klar, etwas ölig soll und muss auch sein beim Griechen. Aber der Käse, der nicht
mal Aldiqualität hatte und die 10 Oliven (5,30 Euro) musste man wirklich erst
mal längere Zeit abtropfen lassen, um das auch nur halbwegs runterzukriegen. Am
besten war aber noch das dazu gereichte Brot. Das waren nämlich 2 kleine
knüppelharte Weissbrotscheiben, die sicher nicht am gestrigen Tage geboren
wurden. Wenn ich die in unserem Park den Entchen hingeworfen hätte, hätten die
mir das Brot sofort zurück geworfen. Nun war ich aber doch schon sehr genervt, wollte aber den Hauptgang abwarten
und hatte auch keine Lust auf eine Diskussion. Zum Trost hab ich mir noch einen
Ouzo bestellt, und darum gebeten, dass er bitte kalt sei. Und was kam? Ein
warmer read more