from unknown blogger:
Oktober 29, 20071:20 Uhr nachmittags
in der mitte des rades: im raum der stille, hamburg hbf
Ist das ein Sturm, der draussen tobt? Eine lautstarke Brandung? Bin ich hier drin auch sicher? Und komm ich hier auch wieder raus? Wo war ich nochmal? Mist, sollte ich jetzt nicht gerade eigentlich auf meinen Atem achten?
Gestern abend haben wir uns zum Sitzen getroffen, erstmalig im Raum der Stille im Hamburger Haubtbahnhof. Parallel zur Wandelhalle, auf der anderen Seite, verläuft der sogenannte Südsteg. Wenn man Richtung Mönckebergstrasse geht, könnte man, wenn man danach Ausschau hält, eine Glastür entdecken, die den Raum der Stille ausweist.
Man kommt in einen engen Vorraum und dann durch eine weitere Milchglas-Schiebetür zum eigentlichen Raum: schlichte Hocker findet man da und ein Bild aus gelben Platten. (Man kann auf dem unten verlinkten Flyer zwei Bilder sehen.)
In diesem Raum der Stille ist es nicht einfach von selbst still. Man kann durchaus immer noch ab und zu das Klacken von Schuhen hören. Und vor allem das Donnern der Züge unter einem, wie eine Brandung. Und auch anderes, was man überhaupt nicht einordnen kann.
Aber es hat unser schweigendes Gebet nicht gestört (zweimal 25 Minuten mit einer kurzen Pause zwischendurch). Es ist für mich - dieses Bild habe ich heute - eher so wie wenn man sich in einem ruhigen Mittelpunkt aufhält. Um einen herum ist Bewegung, ist ein ruheloses Vorüberziehen von Phänomenen, man selbst aber ruht in der Mitte des Rades, in einem leeren und flexiblen Raum.
Ich freue mich schon auf das nächste Mal, wenn wir wieder dort Sitz-Meditation üben. read more