Einverstanden, das Bier ist gut. Aber die Behandlung der Gäste grenzt zum Teil an eine Beleidigung, selbst für Berliner Gepflogenheiten.
Szene 1: Ich möchte mich in der vollen Kneipe zu meinen Freunden setzen, frage am Nebentisch, ob ich mir den freien Stuhl nehmen könne. Ich bekomme ihn, werde aber durch laute Rufe von der Bar gehindert, ihn zu nehmen. Ich lasse mir erklären, dass das nicht ginge. Das kann ich verstehen, frage den Wirt also, wie wir das Problem lösen können, da ich ja Bier trinken und bei Freunden sitzen möchte. Wir reden fünf Minuten, ohne dass der Herr von Belehrung auf Problemlösung umschaltet. Das Problem löste sich dann schließlich dadurch, dass ein Platz frei wurde, nicht etwa durch ein kundenfreundliches Wort des Wirtes.
Szene 2: Eine Gruppe amerikanischer Kneipenbesucher ist in der Kneipe. Sie verhalten sich ohne Tadel, niemand ist laut, keiner stark betrunken oder auf der Suche nach Streit. Der Wirt sagt einem Mädchen, welches anscheinend Geburtstag feiert, dass sie nicht als Gruppe hier sein können und dass das nicht in das Konzept der Kneipe passt. Auf die Frage, worin das Problem bestehe und weshalb er sich so verhalte, antwortet er: Weil ich der Besitzer bin.
Es fällt mir schwer, gemessen an den Umständen, nicht an ein fremdenfeindliches Motiv zu glauben.
Szene 3: Eine Frage in den virtuellen Raum: Muss ich mir bei der Bestellung eine Nummer auf den Unterarm schreiben lassen? Als ob es keine anderen Möglichkeiten gäbe, das Bier abzurechnen! Und vielleicht bin ich historisch übersensibel, wenn ich finde, dass es sich nicht gehört, Nummern auf die Unterarme von Leuten zu schreiben. Den letzten Punkt mag teilen, wer will. read more