Ich war aufgrund akuter Atemnot bei Herrn Dr. Schultz. Da sich im Röntgenbild ein auffälliger Befund ergab, überwies er mich an eine CT-Praxis. Obwohl ausgemacht war, dass Herr Dr. Schultz den CT-Befund mit mir besprechen sollte, weigerte er sich. Zitat "gucken Sie da mal nicht so genau hin" (woraufhin er mit den Händen die CT-Bilder verdeckte). Ich ließ mich nicht beirren und kam auf den Befund der radiologischen Praxis zu sprechen und fragte, was einzelne Kürzel zu bedeuten hätten. Daraufhin rief er entnervt am Empfang an und schnauzte in einem abwertenden Tonfall herum, ob ein anderer Arzt den nächsten Patienten übernehmen könnten, er "hätte da ein Gespräch mit einer Kollegin". Als ich wieder versuchte, ein Diagnose-Gespräch in Gang zu bringen, sagte er, ich störe ihn dabei, seinen Bericht zu schreiben. Nach 10 Minuten hatte er mich wieder hinauskomplimentiert.
Es war offensichtlich, dass Herr Dr. Schultz seinen Patienten nicht viel Auffassungsgabe zutraut. Obwohl ich ein Lungenemphysem habe, faselte er etwas von Pneumothorax bei jungen Männern. Er empfahl mich dann an seinen guten Bekannten, einen Thoraxchirurgen, der ganze 2 Mal die Woche aufhat.
Es war für mich psychisch schon sehr belastend, 2,5 Wochen auf einen CT-Befund mit ungewissem Ausgang abwarten zu müssen. Weitere 4 Tage auf das Gespräch mit seinem guten Bekannten zu warten, habe ich nicht ausgehalten. Erst auf Nachfragen bestätigte mir Herr Dr. Schultz, dass ich auch zu jedem anderen Thoraxchirurgen ins Krankenhaus gehen könne, "aber das sei gar nicht nötig, ich solle mal nicht so einen Wind machen." Starke Worte für eine frischgebackene Emphysem-Patientin.
Leute mit ernsten Verdachtsdiagnosen (COPD, Tumor, etc.) sollten auf jeden Fall einen anderen Arzt aufsuchen. Viele Krankenhäuser in Berlin bieten Thoraxchirurgie-Sprechstunden an, dort werden radiologische Befunde kompetent besprochen und man wird nicht verschaukelt. Man braucht auch oft keine Überweisung. Dem Arzt, der sich die Bilder mit mir ansah und sie mir kurz und schmerzlos erklärte, bin ich heute noch dankbar. read more