Die reinste Katastrophe
Auf Basis einer wärmsten Empfehlung bestellten wir zu viert in der hier aufgeführten Pizzeria.
Bereits bei der telefonischen Bestellung, beschlich uns aufgrund äußerst gravierender sprachlicher Barrieren, ein ungutes Gefühl. Nach diversen Anläufen wurde das Telefon letztlich weiter gereicht und der Bestellvorgang erfolgreich durchgeführt.
Es wurden 60 Minuten Wartezeit veranschlagt. Nach gut 80 Minuten wählten wir erneut die Nummer des Pizzaservice. Der Fahrer wäre angeblich unterwegs, hätte allerdings kein Handy auf das man ihn erreichen könne. An und für sich ist das schon absurder Umstand und die erste Pizzeria von der ich höre, die ihre Fahrer nicht mit einem solchen ausstattet.
Weitere 20 Minuten später wählten wir die Nummer erneut, wiederum ergebnislos, er wäre noch unterwegs. Wir stellten uns bereits ernsthaft die Frage, aus welcher Stadt herraus die Anlieferung erfolgt. Outsourcing bei Pizzarien?
Nach sage und schreibe zwei Stunden schaffte es der Fahrer letztlich. Zumindest bis vor die Haustür. Entweder hatte dieser nun Angst uns unter die Augen zu treten, oder aber man vergaß ihm den Namen des Kunden zu nennen. Jedenfalls war er nicht in der Lage zu klingen. Gott lob sahen wir ihn vom Fenster aus und drückten mehrfach den Türöffner um unsere Einlassebereitschaft zu signalisieren.
Das Essen war endlich da, oder doch nicht? Nein, leider fehlte das zu den gefüllten Pizzabrötchen bestellte Ajoli.
Der nächste Schock erwartete uns dann beim öffnen der Verpackungen.
Die schwarz verkohlten Karikaturen gefüllter Pizzabrötchen dienten bestenfalls als gehobene Wurfgeschosse und das, was man eine Lasagne schimpfte spottete jeder Beschreibung. Sie wurde schwimmend serviert. Anders kann man den 40% Anteil an viel zu dünn geratener "Bechamelsoße" nicht beschreiben. Ganz abgesehen von ihrem latent faden Geschmack. Das Sahnehäubchen an Groteske waren jedoch die Muscheln. Als kulinarisch versierter Mensch bin ich durchaus in der Lage, latschige Muscheln ohne Gehäuse aus der Dose zu erkennen. Bei einem Preis von 8EUR das Ganze dann auch noch in diesem Plagiat einer Weißweinsoße zu servieren, ist eine Dreistigkeit, die ihresgleichen sucht. Erwähnenswert ist auch die geringe Menge Joghurtdressing, welches seperat zum Salat in einer Plastikschale mitserviert wurde. Zunächst hielten wir es lediglich für ein wenig Kondeswasser am Plastikboden, aufgrund der Wärme in der Thermobox.
Eine telefonische Beschwerde lief anschließend äußerst einseitig ab. Es wurde jedes Argument nur mit einem gleichgültigen "Aha" quittiert. Anstatt von sich aus eine Wiedergutmachung anzubieten, wurde dann gefragt, was er da jetzt tun soll. Ein so schlechtes Beschwerdemanagement, habe ich bis dato noch nicht erlebt. Da ich nicht erneut zwei Stunden auf mein Essen warten wollte und mit Hinblick auf die bereits gelieferte Qualität, verzichtete ich darauf, etwas erneut anzufordern und lege dieses kulinarische Armageddon ad acta. Dann doch lieber ein Erasco Microwellenmenü. read more