Endlich einmal wieder in Frankfurt, besuchten wir am Pfingstsonntag mit Freunden das Restaurant Margarete.
Das interessante Konzept hatte sich bis ins Rheinland herumgesprochen die Berichte in der Presse sowie ein Kurzbericht im Lokalfernsehen ließen uns kulturell und kulinarisch Interessierte aufhorchen und den Abend mit Spannung erwarten.
Gleich zu Beginn gesagt: Wir wurden nicht enttäuscht.
Beim Betreten der Margarete begeisterten schon die Räumlichkeiten und die Einrichtung. Die hohen Decken, großen Fenster, die geradlinige, fast minimalistische Ausstattung und die dadurch geschickt akzentuierten Highlights, wie die Leuchter oder der hohe Barschrank, erzeugen eine luftige und ansprechende Atmosphäre.
Wir wurden freundlich in Empfang genommen und an unseren Tisch im Restaurantbereich geführt. Als Aperitif wählten wir eine Flasche Rose Champagner, der uns wunderbar in den Abend einstimmte.
Wir entschieden uns für das 5-Gang-Gourmet-Menü, jedoch mit einigen Abweichungen; ein Menü vegetarisch mit Fisch, zwei Menüs ohne Schweinefleisch und alle ohne Bries.
Das zu Beginn gereichte Brot war frisch gebacken, sehr lecker und wurde mit zwei Dips (Aubergine/Ei) gereicht.
Der erste Gang, Crème Brûlée / Gänsestopfleber / Hummer / Maibowle / Spargel, war ein Einstieg mit Paukenschlag. Sehr überzeugend war die kreative Zusammenstellung der Aromen. Für mich persönlich das Highlight: die cremige Konsistenz der Leber mit der hauchdünnen Zuckerkruste, die im Mund wie Glas zersprang und sich mit ihrer Süße perfekt mit der Leber verband. WOW! Auch der hauchdünn geschnittene Spargel war zusammen mit der getrockneten Erdbeere im Maibowlesud ein perfekt harmonierendes Geschmackserlebnis.
Der zweite Gang, Saint Pierre / Taggiasca Olive / Fenchel / Kaninchenkeule, kam mit einem unglaublich intensiven Duft nach Olive daher. Der Fenchel als Salat hauchfein geschnitten, passte mit seiner feinen Anisnote perfekt; das Kaninchen war fein geschmort, saftig und zart. Meine Sorge, der Saint Pierre könnte wegen der starken Aromen untergehen, bestätigte sich nicht. Fein, leicht und auf den Punkt gegart, machte er die Kombination auf dem Teller so richtig rund! Der zu diesem Gang empfohlene Weißwein war genau richtig temperiert und passte wunderbar.
Das ich mit dem Ferkelbauch / Mispel / Eukalyptus / Blutwurst-Gang ernsthaft etwas verpasst hatte, ahnte ich schon, als ich ihn auf dem Teller meines Gegenübers sah. Ästhetisch angerichtet und mit krosser Ferkelhaut, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ, präsentierte sich dieser Teller. Zum Glück durfte ich probieren köstlich! Das auf Niedrigtemperatur gegarte Fleisch zerging auf der Zunge. Die Kreativität in der Kombination mit Eukalyptus und Mispel überzeugte. Auch mein Alternativ-Gang (Couscous/ Poularde) war lecker, mit sehr fein abgestimmten Gewürzen und gar nicht trocken oder langweilig, wie Couscous schon mal gerne ist. Die Poularde war zart und saftig, gut gegart und schön angerichtet. Die Raffinesse des ursprünglichen Gangs fehlte aber ein wenig.
Zum Hauptgang Lammrücken / Rhabarber / Bärlauch gibt es nur eins zu sagen: Perfekt zubereitetes, rosa gebratenes, saftiges und butterzartes Fleisch kombiniert mit aromatischen Bärlauch-Gnocchi und einer sehr guten Soße! Da uns die Auswahl eines passenden Weines nicht leicht fiel, konnten wir mehrere Weine probieren, bis der Richtige gefunden war. Die Beschreibung und Beratung durch die Servicekraft war kompetent und hilfreich.
Vor dem Dessert mussten wir erst einmal pausieren und entschieden uns für einen Schnaps aus der Vielfalt des Barregals. Die hübsch in Apothekerflaschen dargereichten Schnäpse wurden uns genau beschrieben und so kamen wir zu der Wahl eines Korianderschnapses. Er roch nicht nur wie ein Bund frisches Koriandergrün, er schmeckte auch so. Dabei war er mild-scharf und wohltuend. Das ist aber auf jeden Fall nur etwas für Koriander-Liebhaber!
Zum Dessert gab es einen Kokos-Mandelkuchen mit Erdbeereis auf einem Fruchtragout. Der Kuchen- so saftig wie selten gegessen passte hervorragend zum Eis. Die verschiedenen Konsistenzen und Temperaturen machten dieses Dessert zu einem gelungenen Abschluss unseres Essens. Der dazu gereichte Espresso war von außerordentlich gutem Geschmack und hatte einen selbstgebackenen Karamell-Schokoladenkeks mit Salzkristallen im Schlepptau. Davon hätte ich gerne noch eine Tüte zum Naschen mit nach Hause genommen!
Über das vegetarische Menü kann ich nicht viel sagen, außer dass alle Gänge sehr schön angerichtet waren und laut Aussage unserer Freundin sehr gut schmeckten. Schön war auch, dass nicht nur Fleisch weggelassen, sonders kreativ ersetzt wurde.
Insgesamt war der Abend ein voller Erfolg. Wir werden bei unserem nächsten Aufenthalt in Frankfurt sicher wiederkommen! read more