Betritt man das Liebig-Museum, denkt man zuerst, die Zeit wäre zurück gedreht worden. Kein Wunder, befinden sich die Räume doch immer noch in dem Zustand, wie sie der große Chemiker 1852 verlassen hat. Das alte Laboratorium hat einen gemauerten Herd in der Mitte, ein paar Räume weiter findet man aber schon Abzüge für die Chemikalien-Experimente. Heute wird hier nicht mehr gebrodelt, außer man besucht eine der exquisiten Experimental-Vorlesungen. Dort erfährt man auch was "der bellende Hund" mit Justus Liebig (1803-1873) und dem bayerischen König zu tun hatte. Der Hörsaal steht am Schluss des Rundgangs und lädt, darüber nachzudenken, was man alles gesehen hat. Vom Kunstdünger (den Liebig nicht erfunden hat) bis zum Fleisch-Extract, vom Liebig-Kühler (der nach ihm benannt wurde) bis zu den Chemischen Briefen. Behutsam pflegt die Gießener Liebig-Gesellschaft das Museum und versucht, neue Präsentationsformen einzuführen, ohne den Charakter des Orignal-Labors zu zerstören. Eine "historische Stätte der Chemie" (so eine Plakette, mit der das Museum 2003 von der Gesellschaft deutscher Chemiker ausgezeichnet wurde) ist das Liebig-Museum allemal. read more