Ein schwarzer Tag
Ein sonniger Tag war es, richtig Frühling zumindest vom Wetter. Das geplante Familienessen am Krans mit sechs Erwachsenen und einem Kind sollte nach draußen auf die ansprechende Terrasse verlegt werden, da die Wettervorhersarge sehr sicher war. Also ein sehr frühzeitiger Anruf, eine Absprache mit Frau F. während der Chef/Koch nach eigenem Bekunden zugehört hat. Draußen vor dem Wintergarten, so das Versprechen, kein Problem. Vorfreude, mit der alle ankommen. Doch entgegen der Absprache waren wir IM Wintergarten vorgesehen: ein kleiner Raum, gerade mal ausreichend für einen großen runden Tisch. Ein Wintergarten, in dem sich der gerade sehr mobil gewordene Nachwuchs überhaupt nicht bewegen konnte. Von unserem Kleinkind hatte das Krans zuvor Kenntnis, da wir einen Kinderstuhl bei der Bestellung mit orderten. Wir waren also möglichst von allen anderen Gästen getrennt. Absicht mit dem Kleinkind? Unsere Bitte, zwei scheinbar nicht reservierte und noch immer freie Tische auf der Terrasse doch zusammen zu schieben, lehnt man ab. Sämtliche anderweitigen Hilfen wurden ebenfalls negativ beschieden. Man bestimmte schlicht, wie wir als Gäste zu funktionieren hatten. Also rein in die hitzige Bude. Keine Sekunden später wieder raus. Einem Kleinkind durch die Scheiben seine Möglichkeiten zu zeigen und Ruhe zu erwarten ist unmöglich. Das Schlimmste, was mit einem 19-Monatigen passieren kann. Gucken, aber nicht anfassen. So als würde man einem Raucher seine glimmende Zigarette vor die Nase halten an die er nicht heran kommt. Das Chaos war perfekt und die Familie getrennt. Eltern und Kind draußen, der Rest drinnen. Danke.
Das Essen. Tatsächlich gut, wie immer preislich über dem Schnitt, qualitativ-geschmacklich aber auch. Wäre da nur nicht das große Problem mit der Bestellung gewesen. Sonderbestellungen wurden zwar (wie uns das Servicepersonal bestätigte) an die Küche weitergegeben, aber nicht beachtet, Beilagen entsprechend falsch serviert. Nach Rücksprache, kam folgender Vorschlag: die andere Beilage bringen wir dann gleich nach. Kann aus Erfahrung dauern und würde ein totales Gematsche auf dem Teller ergeben, da das Gericht nicht neu und ordentlich zusammengestellt wird. Zudem wäre das Hauptessen wohl zwischenzeitlich kalt geworden. Zwischenresumee: keine Rücknahme des Essens, kein Warmhalten. Und gewöhnlich sollte in einem Haus wie das Krans doch gemeinsam gegessen werden, oder? Schließlich sind wir nicht in einer Pommesbude. Aber es ging noch weiter: freundlicher Weise hält man als Gast Ruhe, damit das Servicepersonal Zeit genug hat, die gesamte Bestellung aufzutischen. Der laut Karte dazugehörige Salat als Beilage wurde schlicht übersehen und nicht geliefert. Niemand fragte zeitnah nach, ob alles ok sei. Ist es beim Krans etwa auch noch Aufgabe des Gastes, sich darum zu kümmern und hinter dem Personal mit der entsprechenden Bitte hinterherzulaufen? Schlicht haben zwei von drei Bestandteilen der Bestellung nicht im Rahmen des Erwartbaren funktioniert. Und die Reaktion des Chefs, der zufällig vorbei kam: wir bringen Ihnen gerne ein kostenfreies Getränk oder eine Nachspeise. Mögen wir nicht bzw. nicht mehr. Ansonsten: keinen Kommentar, aber voller Preis auf der Rechnung. Sogar für das Gericht mit dem bis zuletzt nicht gelieferten Beilagensalat. Der Sonntag war sonnig nur am Krans unheimlich schwarz. read more