Meine Mutter hat überlebt.
Das ist das einzig Positive, was ich sagen kann. Sie kam mit einem Magengeschwür und einer großen Wunde am Bein, die nicht heilen wollte, ins Krankenhaus. Das Magengeschwür wurde schnell behoben, aber die Wunde brauchte länger.
Sie wurde von einem Wundmanager (ja, so heißt das heute) behandelt und verbunden. Am Wochenende sollte der Verband gewechselt werden und was ist passiert? Nichts.
Die Wunde wurde tagelang nicht neu verbunden, hat sich dadurch neu entzündet und ist doppelt so groß geworden.
Das ist schon schlimm genug, aber leider nicht alles.
Sie leidet unter starkem Asthma und braucht da natürlich ihr Asthmaspray. Eine Woche lang hat sie die Schwestern und Ärzte immer wieder darauf hingewiesen und wurde immer nur auf später vertröstet. Hätte ich ihr nicht das Spray von zu Hause mitgebracht, wer weiß, wie das ganze dann ausgegangen wäre.
Ich möchte erst gar nicht wissen, wie es denjenigen ergeht, die niemanden haben.
Und nein, das ist immer noch nicht alles. Auch die Hygiene ist sehr besorgniserregend. Eine Putzfrau verwendet (nach eigener Aussage sogar) EINEN Lappen für alle Zimmer und das auch noch auf der Inneren!
Einer der sehr klapprigen Rollstühle war vollgeschmiert mit Blut und ich habe gesehen, wie ein Pfleger mit einer vollen Windel so durch den Flur spaziert ist, dass die Suppe herausgelaufen ist. Saubergemacht hat das dann natürlich keiner.
Woran liegt das Ganze? Unterbesetzung. Nur zwei Pfleger auf einer Station voller älterer Menschen, die sich kaum bewegen können, das ist einfach zu wenig.
Eines ist zumindest klar, wenn meine Mutter oder ich wieder ins Krankenhaus muss, dann auf jeden Fall nicht ins Knappschaftskrankenhaus. Die Aussage meines Vorredners ist da leider etwas zu treffend. read more