Zuerst einmal: das JTB kenne ich schon aus meinen Grundschul-Ausflügen. An alle Stücke oder Inhalte kann ich mich nicht mehr 100% erinnern, aber gelangweilt habe ich mich nicht, liegt einfach daran, dass man, wenn man unvorbereitet auf ein Theaterstück trifft, mehr Informationen zu verarbeiten hat, als man vielleicht manchmal kann und außerdem, wenn man so ein Stück nicht großartig nachbespricht in der Grundschule, geht die Erinnerung schnell verloren. Irgendwas mit einer Hexe und einem Drachen und ein Stück mit Blitz-Effekten? Dann noch Zwerg Nase mit der Feige oder war das nicht Der kleine Muck auf jeden Fall war es eines der beiden Märchen, und das Stück vom Lebkuchenmann (das Lied ist mir so halb in Erinnerung geblieben den Refrain könnte ich komischerweise heute noch halbwegs Ton-sicher mitsingen, bis auf einige Worte, obwohl ich damals etwa in der 3./4. Klasse gewesen sein muss, an den Inhalt des Stücks erinnere ich mich allerdings dafür kaum noch . Naja, ich sag' nur: Mut zur Lücke! Der Refrain war übrigens irgendwas mit: Schaurig(?), knusprig, sahnig - an mir ist alles dran - hey, hey, bin der Lebkuchenmann .) und später kam ich noch in den Genuss von Leonce und Lena, diesmal aber durchaus bewusster erlebt, auch, was die schauspielerischen Leistungen anging.
Von den Stücken her bietet sich oft sowohl für die ganz jungen Grundschulkinder, als auch für die Jugendlichen der weiterführenden Schulen das eine oder andere Stück. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche, aber auch für die junggebliebenen Erwachsenen.
Die Inszenierungen sind sehr gut durchdacht und werden mit sehr viel Liebe zum Detail, auch im Ausdruck der Darstellung dargeboten.
Toll sind auch die teilweise auch öffentlichen Proben, um einen Vorgeschmack auf ein Stück oder auch einen Einblick in die Arbeit hinter dem Stück zu gelangen, wie die Erarbeitung eines Stückes mit den Schauspielern funktioniert.
Darüber hinaus bietet das JTB auch Schauspiel- und Musicalkurse an.
Ein kleines Café im Obergeschoss rundet den Besuch gastronomisch ab.
Es ist ein wunderschönes, kleines Theater mit einem ganz wunderbaren Charme, gemütlich und eher familiär und ich würde es in Bonn nicht missen wollen. Dafür hat es sich dann auch vor ein paar Jahren gelohnt, als die Subventionen gestrichen werden sollten, eine Petition zu unterzeichnen, damit Kultur überleben kann.
(Das Geld, was für das WCCB verschwendet wurde, hätte man doch besser in Kultur und Bildung und vielleicht auch den Wohnungsmarkt-Bedarf gesteckt. Aber auf die 'kleinen' Bürger hört ja keiner. Wofür ein neues Konferenz-Zentrum, wenn es in Bonn, zumindest in der Nähe der Innenstadt, durchaus andere, wichtigere Probleme wie kaum bezahlbaren, angemessenen Wohnraum gibt und ebenso zu wenig sozial-geförderte Wohnungen mit Wohnberechtigungsschein für die Bürger?)
Kultur gehört uns allen. Kultur bildet. Kultur formt Persönlichkeiten.
Und insbesondere Kreative brauchen die Kulturstätten als Plattform zur Selbstverwirklichung.
Und ich finde sowieso, dass es zu wenig gute Kinder/Jugend-Theater gibt, die wirklich Kinder und die Welt, wie sie sie sehen, ernst nehmen und das auch gut schauspielerisch-pädagogisch umsetzen können in einer Zielgruppen-gerechten Art und Weise.
Ich vergebe die volle Punktzahl. Wer einmal im JTB war, wird es lieben. read more