Ich hätte mal wieder Lust auf indisch.....ich hab da einen an der Straße gesehen. diese Worte meiner Frau klingen mir noch heute in den Ohren, aber da es ja schon ewig her war als wir das letzte Mahl in einer Umgebung von Elefantenwandbehang und dem Geruch von verbranntem Radiergummi zu uns genommen haben, dachte ich mir warum nicht.
Vorweg will ich anmerken das wir, Frau, guter Freund und meine Wenigkeit, regelmäßig die Restaurants in und um Darmstadt aufsuchen und uns im Laufe der Jahre eine ordentliche Meinung bilden können was Küche, Service und Hygiene betrifft.
Der erste Eindruck: es war Samstagabend ca. 20.00 Uhr , das Restaurant war gut besucht und uns wurde nach kurzer Wartezeit ein reservierter Tisch zugewiesen, auch schön dachte ich, müssen die Reservierer halt sehen wo sie noch ein Plätzchen finden. Die Einrichtung ist soweit o.k., indisch halt, beim genaueren Hinsehen (.wir hatten vieeeel Zeit dafür) jedoch ziemlich billig.
Die Karten kamen und bei der Auswahl der Gerichte lief auch schon das Wasser im Munde zusammen.
Auch das typische Mangolassy ein indisches Joghurtgetränk was ich sehr liebe, durfte nicht fehlen, also gelesen und bestellt.
Nach ca. 20 Minuten wurde die Bestellung aufgenommen und kurze Zeit später die Getränke auch serviert. Dem bestellten Pils unseres Freundes konnte man ansehen das es auch schon einige Minuten in depressiver Stimmung verbracht hatte, so freudlos und ohne Blume wurde es zu keinem Genuss.
Aber ich hatte ja mein Mangolasssy und dieses sah auch richtig gut aus, schöne kräftige Farbe, Eiswürfel, Kokos auf der Oberfläche, lecker. Doch leider wurde ich eines besseren belehrt. Dem ersten Mangogeschmack folgte eine penetrante Mischung aus Chlorgas und Spülmittel. Häh, was war das den? Das Glas machte die Runde und mein Eindruck bestätige sich, irgend etwas schmeckte hier komisch? Nun war es an der Zeit dieses herauszufinden, doch es war nicht leicht einen Ansprechpartner zu finden. Das Wort gleich sollte an diesem Abend das meistgehörte sein.
Irgendwann wurde mein Flehen erhört und der Chef nahm sich der Geschmacksverirrung persönlich an. Nach kurzer Zeit kam er mit einer Flasche zurück und bedeutete dies sei Rosenwasser welches den typischen Geschmack ausmache. Was das in einer Lassy zu suchen hat ist mir schleierhaft. Bäh, ekelhaft, schmeckt wie Grete Weiser im Schritt, dachte ich mir und hab mich den gesamten Abend (und es war ein langer.!!!) damit beschäftigt.
Zwischenzeitlich hatte der Nachbartisch seine Besucher gewechselt, nicht aber die Servietten, so konnten die Neuankömmlinge doch noch einige Zeit die etwas andere Speisekarte lesen.
So, gute Unterhaltung-wie immer, nochmal umgeschaut, weiter unterhalten der Nachbartisch der die Bestellung ca. 20 Min. später aufgegeben hatte , lag bereits in den letzten Zügen seiner Vorspeise und wir hatten immer noch nix auf dem Tisch, es waren jetzt ca. 90 min. vergangen als wir dieses Etablissement betraten. Meinem Schatz schwoll jetzt die Arteria Carotis, also der Hals und sie schwang sich auf Richtung Tresen, wo unser Freund zwischenzeitlich mangels Oberkontakt sein zweites einsames Pils geordert hatte, um die Lage zu sondieren. Hier bestätigte der Chef das die Vorspeise ja schon da steht, warum diese den Weg nicht auf unseren Tisch fand war nicht nachzuvollziehen.
Geschmacklich war der Joghurt mit Kartoffeln und Zwiebeln auch nicht die Offenbarung. Es gab die interne Note 3. Danach konnten wir wieder der Unterhaltung ausreichend Zeit einräumen, da es nicht so aussah das es jetzt gleich weiterginge. Unser Freund , ohne Vorspeise, wollte es auch dabei belassen und es wurde andiskutiert das gastliche Haus zu verlassen. Doch siehe da, das Essen kam.
Nun ja wie es kam sollte nicht unerwähnt bleiben, lieblos serviert, hingerozzt brachte unser Freund es auf den Punkt. Die Menge war überschaulich, durch das viele Öl in meinem Murgh (Huhn) mit Mandel und Kokos war es doch sehr sättigend. Die anderen Gerichte waren ebenfalls nicht die Welt, auch hier mit viel Wohlwollen Note 3.
Die Tatsache das jetzt öfter mal ein Servicemitarbeiter unseren Tisch frequentierte, hatte aber nicht zur Folge daß das leere Geschirr den Weg zurück in die Küche fand. Nach weiteren 10 Min. stellten wir es demonstrativ auf die Tischkante um so der Dame anzuzeigen fertisch. Unser Freund macht sich auf zu einem Besuch in die Keramikabteilung, erstens weil die Blase drückte und zweites nach dem Motto schau Dir die Toiletten an und du weißt wie die Küche aussieht. Der Bericht folgt prompt, wobei wohl der überlaufende Papiereimer nur die Spitze des Eisberges war.
Nach knapp 3 Stunden standen wir wieder vor der Tür, die Entschuldigungen des Chefs ist Samstag.. ect. (schön das er den Wochentag wusste) klingen noch im Ohr, aber der Beschluss war einstimmig : NIE WIEDER in diesen Schuppen! read more