Das Café und die Besitzer machen auf den ersten Blick einen sehr freundlichen Eindruck, doch leider trügt der Schein manchmal.
Die Aushilfen müssen hier zweimal unbezahlt zur Probe arbeiten. Auch ich war an einem Sonntag von 11:00 bis 17:00 Uhr zu einem Probearbeitstag dort. Das zweite Mal war ich dann an einem Freitag Abend ab 17:00 Uhr dort. Natürlich musste ich einiges neu erlernen, aber eigentlich arbeitete wie eine ganz normale Arbeitskraft. Sonntag war ich als Zusatz da, Freitag Abend sparte man allerdings eine komplette Arbeitskraft durch mich.
Als ich Freitag Abend fragte, ob ich um 24:00 Uhr nach Hause gehen könne, da mein letzer Bus kurz später fuhr, sagte der Besitzer mir, dass ich bis zum Ende bleiben solle, da ich wissen müsse, wie man einen Kassenabschluss mache. Ich solle mit dem Taxi nach Hause fahren (ca. 8 EUR) oder laufen. (zur Info: Ich hätte ca. 50 min laufen müssen.)
Das fand ich ziemlich dreist: mich erst unbezahlt arbeiten lassen und dann noch verlangen ein Taxi aus eigener Tasche zu zahlen. Zudem wurde mir vorher nicht einmal gesagt, dass ich so lange dort bleiben müsse. Es hieß, die Schichten gingen von 11:00 Uhr bis 17:00 Uhr und von 17:00 Uhr bis 23:00 Uhr.
Ich sagte, ich könne mir das Taxi nicht leisten und würde um 24:00 Uhr gehen, woraufhin der Besitzer sagte, dann würde er das komplette Trinkgeld einbehalten. Das war Erpressung, nach dem Motto: Du bekommst immer noch mehr Geld, wenn du bleibst und ein Taxi zahlst, als wenn du jetzt gehst.
Mit diesem Satz hatte er das Fass zum überlaufen gebracht. Ich entschied, zu gehen.
Das Trinkgeld habe ich in der Tat wirklich nie bekommen, auch nicht, als ich ein letztes Mal vorbeikam um die Arbeitsklamotten abzugeben.
Während der kompletten Arbeitszeit wurde mir kein Wasser angeboten und ich hatte auch keine Pause um etwas zu essen.
Es mag sein, dass sie sehr guten Espresso verkaufen, aber so ein Verhalten ist für mich wirklich indiskutabel! Ich glaube, keiner der Gäste wäre erfreut zu erfahren, dass der Chef das komplette Trinkgeld einbehält, jedenfalls manchmal.
Leider erkennt man auf den ersten Blick nicht immer, was hinter der Fassade steckt Ich jedenfalls werde mich sicherlich nicht mehr an diesen Ort verirren. read more