- - - Bericht aus der Provinz - - -
In meiner alten Heimat, einer industriell geprägten und dennoch sehr netten 8000-Einwohner-Gemeinde namens Bous hat ein chinesisches Restaurant eröffnet, das - zumindest in Sachen Größe - alle Asiaten in Frankfurt locker aussticht.
Ein Chinese in einem ehemaligen Aldi-Markt? Nun ja, das ganze Dorf redet darüber, somit haben auch wir unseren Sonntagmittag geopfert und uns zum Testen begeben.
Die erste Überraschung offenbarte sich beim Blick auf die Karte: Ein Mittagsbuffet für 6,80 Euro - Werktags - ist natürlich preiswert. A la Carte bewegt sich Hong Yun Lai in verschiedenen, chinesischen Provinzen und ist dabei - preislich - zwischen 9,- und 15,- Euro unterwegs - dafür darf man Qualität erwarten.
Wir haben uns für das abends stets und an Sonn- und Feiertagen mittags angebotene, mongolische Buffet (12,80) entschieden. Ich habe keinen Schimmer, ob in der Mongolei wirklich so gegessen wird - alles was ich sagen kann ist, dass auch in Frankfurt ähnliches offeriert wird. Klarer Pluspunkt für Bous ist die Auswahl: Es werden vier Sorten Fleisch, Meeresfrüchte und verschiedene Arten Fisch angeboten, ebenso wie 20 Sorten Gemüse. Leider sind die Saucen etwas schwach, können jedoch mit frischem Knoblauch, Chilis und Ingwer aufgebessert werden.
Die überraschend knappe Zeit bis zur Fertigstellung der Speisen kann man am warmen, chinesischen Buffet abkürzen. Neben unzähligen frittierten Köstlichkeiten gibt es die bekannten asiatischen Klassiker und Sushi. Ich bin in diesem Falle trotz (oder wegen) einer ausgeprägten Leidenschaft für Sushi auf dem Kontinent geblieben, zu farbenfroh erschienen mit die kalten Häppchen.
Das Essen wurde sehr gut zubereitet, der Service überraschte dabei mit einer überwältigenden und ansteckenden Freundlichkeit sowie erstklassigen deutschen Sprachkenntnissen. So würde ich es mit auch in Frankfurt wünschen...
Hervorzuheben ist außerdem die solide Weinauswahl, die ich außerhalb des Saarlandes meist vermisse sowie das umfangreiche Dessertbuffet: Gebackenes und frisches Obst, Pudding und Eis.
Als Sahnehäubchen bekamen meine Damen zum obligatorischen Glas Reiswein noch ein Fläschchen (200ml) desselben geschenkt, eine nette Überraschung.
Für fünf Punkte reicht es leider nicht ganz, da ich mittlerweile von den mehr oder weniger authentischen, asiatischen Küchen meines Viertels verwöhnt bin. Doch damit ließe sich in Bous/Saar wahrscheinlich kein Geschäft machen... read more