Unser Sohn besuchte die Grundschule im Blumenviertel von der 3.-5.Klasse.
Er begann in dem neuen Klassenmodell 1,2,3. Danach wechselte er in das, das erste Mal eröffnete, Klassenmodell 4,5,6.
In der Klasse 1,2,3 wurde er sehr freundlich aufgenommen. Bei der erfahrenen, profilierten und gut strukturierten Lehrerin Frau Schmiedtgen hatte er Freude am Lernen und ging gerne zur Schule.
Mit dem Übergang in das neue Klassenmodell 4,5,6 wechselte nicht nur die Zusammensetzung der Klasse sondern auch die Lehrerin. Unser Sohn bekam mit Frau Ludwig eine aus unserem Erleben junge, überforderte, unstrukturierte, mädchenorientierte Lehrerin mit vielen Ideen. Schon im ersten Halbjahr wurde für uns sichtbar, dass er als aktiver lebhafter Junge unter der pädagogischen Arbeit von Frau Ludwig weder sozial noch leistungsmäßig einen guten Platz finden konnte. Es war sehr schwierig, mit der Lehrerin überhaupt einen persönlichen Termin zu finden, um auftretende Probleme zeitnah besprechen zu können. Nachdem wir nach vielen Versuchen nach Monaten endlich zu einem persönlichen Gespräch kamen, erlebten wir es als äußerst schwierig, das Gespräch auf der Sachebene zu führen. In dem gemeinsamen Gespräch benutzte sie aus unserer Sicht manipulierende Kommunikationstechniken gegenüber unserem damals 8 jährigen Sohn, der ihr gegenüber ehrlich und offen auftrat. Außerdem stellten wir fest, dass es ihr bis dahin nicht aufgefallen war, dass unser Sohn, der nach der neuen gesetzlichen Regelung schon mit 5 Jahren eingeschult werden musste, ihr jüngstes Kind in der Klasse war und das damit ihre Leistungseinschätzungen überzogen sein könnten.
Weiter getrübt wurde das Verhältnis durch die im Lehrerkollektiv hoch geschätzte NAWI Lehrerin Frau Pelzl. Wir erlebten Frau Pelzl als eine für ihr Fach euphorisch begeisterte, streng strukturierte Dame, die von unserm Harry Potter begeisterten Sohn den Beinamen Dolores Ambridge erhielt
Im Ergebnis dieser Umstände bemühten wir uns um einen Klassenwechsel.
Durch die Schulleiterin, dankenswerter weise schnell ermöglicht, ging unser Sohn ab dem zweiten Halbjahr der 4.Klasse in die Klasse von Herrn Ahrens. Bei diesem aufmerksamen, engagierten, gut strukturierten und gelassenen Lehrer, ging unser Kind wieder mit Begeisterung in die Grundschule im Blumenviertel, trotz der weiterhin mit Frau Pelzl anhaltenden Dispute. Höhepunkt dieser frohen Zeit war eine tolle Klassenfahrt mit dem verehrten Lehrer zur Nordsee.
In der 5. Klasse wurde aus der bisherigen 4,5 nun eine 4,5,6 Mischklasse. Die Schülerzahl erhöhte sich auf 26 Kinder, darunter ein Integrationskind. Das Integrationskind brachte eine alte, den Lehrern bekannte, anhaltende Fehde mit einer anderen 4.Klässlerin mit in die Klasse. Nun gab es auch endlich das erste Mal Zensuren für die 5.Klässler. Nach einem Monat eskalierte die Situation. Der aus unserem Erleben völlig überforderte Lehrer Herr Ahrens wechselte nach unserer Wahrnehmung zu einem autoritären und willkürlichen Führungsstil, um die Kontrolle zu behalten. Mit vereinten Kräften mühten sich die Direktorin Frau Helbig, die stellvertretende Direktorin Frau König und der Klassennleiter Herr Ahrens um den Führungsanspruch in dem neuen Klassenverband 4,5,6 mit Integrationskind.
Wir erlebten, dass nunmehr als methodisches Mittel gegenseitiges Anschwärzen und Verpetzen gefördert wurden. Die Pädagogen bestraften willkürlich mit der Begründung längs fälliger Bestrafung. Wir mussten erleben, wie proklamierte Gewaltfreiheit und Prävention selbst zur Gewalt wurde, wie mit Hysterie statt mit Humor und Ruhe pädagogische Arbeit an der Grundschule im Blumenviertel gemacht wurde, wie die Form wichtiger wurde als der Inhalt. Wir erlebten das Verschließen der Kinder und höfliches Ja-Sagen, nur damit sie wieder in Ruhe gelassen wurden.
Das Projekt einer Mischklasse 4,5,6 mit Integrationskind entwickelte sich, aus unserer Sicht, zu einem pädagogischen Experiment auf dem Rücken der Kinder.
Das alles passierte zu einem Zeitpunkt, wo das erste Mal Zensuren gegeben wurden, und jede Einzelzensur nach den Bewertungskriterien für den Gang auf ein Gymnasium zum Teil doppelt zählte (z.B. Mathe, Deutsch) Als Eltern standen wir machtlos daneben, denn es gab keine Schulbücher mit deren Hilfe wir die Arbeit der Lehrer unterstützen konnten. Die Arbeiten wurden auf der Grundlage der Mitschriften und Ausarbeitungen der Kinder geschrieben, die niemand auf Richtigkeit und Vollständigkeit überprüft hatte. Das galt für Mathematik, Deutsch, NAWI, Geografie, Geschichte und Musik. Die Englischlehrerin versuchte als einzige, dem durch Schulbücher entgegenzuwirken. In Musik hingegen erlebten wir unser Kind, wie es monatelang Morning has broken von Cat Stevens und I am sailing von Rod Steward als Unterrichtsstoff gelehrt bekam. Unser Sohn beantwortete das mit Protest gegen die Lehrerin, was zu einer offensichtlich unprofessionellen und geduldeten schriftlichen Bewertung auf dem folgenden Zeugnis führte.
Ergebnis war ein zu tiefst read more