Wirt Silvio hat Ambitionen. Essen, Wein, Themen er müht sich einfach für jeden Gast ab: Ob Daimler-Manager, Lehrerehepaar, schwäbische Erbengemeinschaft, norddeutsche Kreative auf der Durchreise - alle sind ihm noch persönlich willkommen. Und im Gegensatz zu manchem schleimigen City-Padrone kann er auch noch alle Gäste und ihre Milieus auseinanderhalten. Unprätentiös ergänzen Partner Mimmo, Bruder Giovanni, Schwester Maria-Lucia, irgendwo im Hintergrund die Mamma und die Kellner die ehrgeizige Linie des Wirts. Und das ist schon das Goldoni-Geheimnis. Weil sie dabei sind, brennt im Goldoni nichts an. Gehobene familiäre Küche, Charme des Orts, Aufmerksamkeit Und Silvio kann so die württembergischen Weingrafen studieren und auf Wunsch tagesaktuell Merkels Wendungen kommentieren. Die Hubräume der Gäste werden derweil höher, deren Begleiterinnen immer blonder, die Weine feiner aber den Übergang zum Bussi-Bussi-Edelitaliener, den hat das Goldoni wegen des bodenständigen apulischen Teams einstweilen noch nicht hingekriegt. Hoffentlich bleibt das so. read more