Der Friedrichstadt-Palast bringt so ca. alle eineinhalb bis zwei Jahre eine neue 'große' Revue raus. Die Qualität dieser Produktionen ist sehr wechselnd, man sollte sich vorher informieren. Momentan läuft die Revue 'Show Me' die ich im guten Mittelfeld ansiedeln würde. Schlecht ist das nicht, aber große Begeisterung kam bei mir auch nicht auf. Ein 'Kann, kein 'Muss' in Berlin.
Der heutige Friedrichstadt-Palast wurde 1984 als Ersatz für das alte baufällige Palastgebäude, das 'eine Ecke' weiter stand, eröffnet. Das Gebäude ist eine merkwürdige Mischung aus DDR-Betonplatten mit Arabesken und Art-Deco-Verzierungenschön geht anders. Bei dem Theater fallen einige besonders dilettantische architektonische Mängel auf: Der Eingangsbereich ist viel zu eng, es staut sich permanent am Einlass. Zwei große Treppenaufgänge verbrauchen unendlich Platz, so dass die Foyers bei vollem Haus etwas eng sind. Und für die Zuschauer des Hochparketts gibt es gar keinen vernünftigen Aufgang, die dürfen sich über eine Art Nottreppenhaus nach oben bewegen. Im Saal selber sind die Wege von den Eingängen zu den Sitzen zu weit, was dann wieder Staus produziert.
Der Saal ist in seiner Wirkung nicht unangenehm, er sieht aber eher nach Kongresszentrum, denn nach Theatersaal aus. Die Sichtverhältnisse sind ganz gut, allerdings können Vorderleute die Sicht auf die Vorbühne behindern. Bühnentechnisch ist das Theater brillant ausgestattet, hier kann man sehen was technisch auf dem Theater geht, wenn man die entsprechenden Mittel hat.
Die Karten sind mittlerweile sehr teuer, man ist auch rührig beim Erfinden neuer 'Premium'-, 'VIP'- und sonstewas-Zuschlägen. Online-Buchung leider sehr schlecht, wenn ich denn mal rein gehe, kauf ich die Tickets direkt an der Kasse des Hauses.
Ein Sonderlob für das freundliche Personal, dass sich den ganzen Abend mit einem Lächeln um Leute kümmert, deren Benehmen nicht Theaterkompatibel ist (ja, man stellt sein Handy aus, nein, man fotografiert nicht während einer Vorstellung, und einen Theatersaal darf man natürlich nicht mit Cola und Brezel in der Hand betreten) read more