Ich hatte eine Panne auf der Autobahn. Der Abschleppdienst vermutete einen Defekt der Zylinderkopfdichtung. Über den Schutzbrief der Versicherung war es möglich, das Fahrzeug zu einer beliebigen Werkstatt transportieren zu lassen. Der Abschleppdienst schätzte die Kosten der Reparatur der Zylinderkopfdichtung auf ca. 800 EUR. Eine Werkstatt, die etwas weiter von meinem Wohnort entfernt liegt als Auto Knappe, schätzte die Kosten auf 700-800 EUR.
Ich habe dann bei der Firma Erwin Knappe Autofit-KfZ-Meisterbetrieb (Knappe) angerufen und gefragt, was die Reparatur einer defekten Zylinderkopfdichtung kosten würde. Dort wurden die Kosten auf ca. 1.000 EUR geschätzt. Meine Frage nach den Stundensätzen ergab, dass die Stundensätze bei Knappe höher als bei der anderen Werkstatt liegen. So war der Kostenunterschied für mich in etwa nachvollziehbar.
Ich habe mich trotz der höheren Kosten für Knappe entschieden, da die Werkstatt sehr nah an meinem Wohnort gelegen ist. Über die Versicherung habe ich den Auftrag erteilt, mein Fahrzeug dorthin zu transportieren. Als das Auto dann bei Knappe angekommen war, rief mich die Knappe an und teilte mit, dass tatsächlich die Zylinderkopfdichtung defekt sei und die Kosten mindestens 1.500 EUR, wahrscheinlich eher mehr, betragen würden.
Auf meinen Hinweis, dass die Kosten der Reparatur exakt des Schadens, der nun diagnostiziert war, zuvor noch auf 1.000 EUR geschätzt wurden und ich auf Grundlage dieser Einschätzung meine Entscheidung getroffen hatte, das Auto zu Knappe transportieren zu lassen, entgegnete man mir, dies sei ja nicht verbindlich, da wir noch keinen Vertrag abgeschlossen hätten. Man könne nicht erwarten, dass am Telefon verlässliche Prognosen abgegeben würden.
Ich habe dann gebeten, mein Auto zu der anderen Werkstatt zu bringen, da ich es dort auch hätte hintransportieren lassen, wenn mir Knappe von vornherein die Kosten von mindestens 1.500 EUR genannt hätte. Hierauf reagierte Knappe mit der Bemerkung, sie würden das Auto nun vom Hof auf die Straße schieben und unsere Vertragsbeziehung sei damit wohl beendet.
Mir ist klar, dass es einer Werkstatt nicht möglich ist, unbesehen eine verbindliche Kostenhöchstgrenze für eine Reparatur mitzuteilen. Aber wenn ich bei einer Werkstatt unter Benennung des Fahrzeugstyps erfrage, was die Reparatur einer defekten Zylinderkopfdichtung kostet und mir wird dann ein Betrag von 1.000 EUR genannt wird, ärgere ich mich sehr, wenn diese Reparatur dann nach Anlieferung des Fahrzeugs plötzlich mindestens 50% teurer sein soll.
Womöglich hätte ich die Reparatur dennoch von Knappe durchführen lassen. Aber spätestens die höhnischen Hinweise, man habe ja noch nichts schriftlich vereinbart und am Telefon Gesagtes sei doch nicht verbindlich, hat bei mir den Eindruck erweckt, dass es sich hier ein Stück weit um Methode der Firma Knappe handelt.
Mit diesem Beitrag hoffe ich, dazu beizutragen, dass eine solche Methode nicht erfolgreich ist. read more