Eisbein, Berliner Weiße und vom Zigarettenrauch gelb gefärbte Wände... dass ist das, was man sich Berliner und Brandenburger Jung von einer echten Berliner Eck Kneipe wünscht. Egal ob im Sommer oder Winter, mit dem eigenen Paps oder seinem kulinarischen Kompagnon, dass Eisbein Eck lässt Männerherzen höher schlagen.
Speisekarte und Preise
Die Speisekarte ist ähnlich präsent wie das Jutebeutel und Hornbrille tragende Klientel ein paar Straßen weiter: gar nicht und eigentlich auch überflüßig in diesem schmucken Stück Berliner Esskultur. Einzig und allein der vergilbte Aushang neben der Tür verrät, dass es hier Eisbein mit Sauerkraut, Kartoffeln und Erbspüree gibt. Als Nebendarsteller tritt auf dem alten Papier kleingedruckt die "Bockwurst mit Brötchen" in Erscheinung. Preislich bewegt sich das Füßchen der Sau, je nach gewählter Beilage, im Bereich von 6 - 8 Euro und ist damit im Vergleich zu anderen Lokalitäten einen guten und fairen Betrag dar.
Essen
Vom Geschmack der einzelnen Komponenten über deren Zusammenspiel bis hin zu deren Anordnung auf dem geblümten Teller stellt das Eisbein mit Kartoffeln und Erbspüree an Sauerkraut eine Komposition dar, die ihres gleichen sucht. Selten konnte ein einfaches aber geniales Gericht wie dieses in diesem Maße auftrumpfen. Besonders hervorzuheben ist an dieser Stelle das Eisbein selbst: keine Minute zu spät oder zu früh aus dem Sud geholt, überzeugt dieses durch butterzartes Muskelfleisch und angenehm zu essende Schwarte. Gekrönt wird dieses durch einen Klecks guten Senfs, welcher (zwar auf Nachfragen) auch reichlich zur Verfügung steht. Auch das Sauerkraut und die Kartoffeln zeichnen sich durch einen sehr guten Geschmack aus, lässt sich doch gerade bei letzteren eindeutig schmecken, dass diese noch von der Köchin selber geschält und nicht etwa als Convenience Food in irgendeinem Großmarkt gekauft wurden.
Bedienung
Im Eisbeineck bedient die Wirtin noch selbst. Die Bestellung ist mit einem schnellen Ruf über den Tresen gemacht und das Eisbein steht je nach Tageszeit mal schneller oder langsamer auf dem Tisch. Doch Vorsicht, das Eck ist das Revier der Wirtin und ihres Ec... Hofstaates! Erst, wenn diese ihre Aufmerksamkeit auf den Gast wendet, darf dieser auch wirklich sein Essen bestellen! Der herbe Berliner Charme des Eisbeineckes und seiner Besitzerin mögen auf den ersten Blick befremdlich wirken, dies weicht jedoch nach einer kurzen Eingewöhnungzeit sehr schnell einem Gefühl des Willkommenseins und der inneren Einkehr. Dieses wird nicht zuletzt durch ein ehrliches Lächeln der Wirtin bestätigt, wenn das Essen (verdienter Weise) mit Appetit und Begeisterung verspeist wird.
Interieur und sanitäre Anlagen
An den Wänden hängen alte Zeitungsartikel, verrauchte Verkleidung ziert die Wände und die in dunklem Holz gehaltenen Tische und Stühle zieren Gebrauchsspuren der letzten Jahrzehnte und der vielen Eisbeinfreunde, die diese benutzt haben. Kurz: das Eck ist schummrig, altbacken und gemütlich. Auch die Toiletten warten mit einem Charme auf, der seines gleichen sucht. Obwohl diese vornehmlich durch dunkle Kacheln, offene Rohrleitungen und der besonderen Ausstrahlung alter Wasserhähne gesegnet sind, hängt doch jedes Mal ein frisches Handtuch neben dem Waschbecken.
Das Eisbeineick hat in jedem Fall seine fünf Sterne verdient. Das Essen selbst wird dabei zum Erlebnis: so führt der Schritt über die Türschwelle und der gebrummelte Gruß der Wirtin in den magischen Mikrokosmos der Berliner Eckkneipen. Wer sich auf diesen Einlassen kann wird nicht nur mit einer tollen und unterhaltsamen Zeit, sondern auch mit einem der besten Eisbeine Berlins belohnt. read more