Seit Jahrzehnten kennen wir dieses Lokal am Weintor und haben seinen vielfältigen Wechsel über die Jahre hin miterlebt. Da gab es das Pfälzer Touristenlokal ebenso wie verschiedene Experimente mit gehobener Qualität des Restaurants das Spektrum der Gäste zu erweitern und Stammgäste zu gewinnen. Vor wenigen Jahren startete ein erneuter Versuch, der aber nicht bloß durch wenig qualifiziertes Personal wie es immer wieder hieß und auch in den Kritiken zu lesen steht , sondern auch durch grobe Schnitzer der Küchenriege konterkariert wurde. Weil unsere keineswegs destruktiven Interventionen und auch die Kontaktaufnahme mit dem Geschäftsführer keinerlei Verbesserungen brachten, war dieses Lokal seit längerer Zeit für uns keine Adresse mehr. Erst durch die Empfehlung des guten Geistes der wunderbaren Weintor-Vinothek, Frau Ulrich, die uns seit Jahren bei unserem Weinkauf ungemein versiert berät, entschlossen wir uns nach längerer Pause wieder im Weintor-Restaurant einzukehren. Schon die Speisekarte spricht eine neue Sprache und verheißt interessante Köstlichkeiten. Ganz ohne Frage ist der neue Küchenchef ein Gewinn für das Lokal. Er bevorzugt regionale Produkte, deren Herkunft er detailliert erklärt. Pfälzer Gerichte wertet er dadurch auf, dass er völlig neue Darbietungsweisen kreiert, etwa jene: Weintor trifft Baden. Unser Menü begannen wir mit Variation von Sherrypfifferlingen und Bergluftschinken, als Zwischengang wählten wir In Olivenöl gedämpftes Rotbarschfilet auf Pfälzer Wokgemüse Dillschmand, confierte Tomaten und Spaghettini und als Hauptgang Schweinebäckchen in Dornfelder geschmort auf Vichy Karotten und hausgemachten Serviettenknödeln. War die Vorspeise einfacher Durchschnitt, weil ihre Teile eher einzeln als miteinander mit unseren Geschmacksnerven korrespondierten, so war der Zwischengang ein ausgesprochen harmonischer, ja delikater Genuss. Gleichermaßen begeistert waren wir von den Schweinebäckchen, die auf den Punkt geschmort waren und mit den Beilagen ein harmonisches Ganzes bildeten. Unser Dessert Gebackenes Vanilleeis im Mandelmantel auf Erdbeersalat mit Basilikum war ein Reinfall. Nur wenn man die Eiskugel von ihrem dicken Panatmantel befreite, kam eine dünne Mandelschicht zum Vorschein. Sie allein hätte sicher ausgereicht und hätte das Eis nicht derart überlagert, wie das unsere Panatmasse tat. Doch nicht genug. Was als Erdbeersalat angekündigt war, waren in Zuckerlösung angewärmte Erdbeeren. Das Basilikum fehlte gänzlich und unser diesbezügliches Monitum blieb ohne Echo. Deutlich besser als zu früheren Zeiten war der Service. Frau Jungwirth, die sich um unseren Tisch kümmerte, war sehr aufmerksam und jederzeit präsent. Ihre kundige Weinberatung, bei der sie uns für jeden Speisegang einen gesonderten Wein kredenzte, war bemerkenswert gut und soll hier eigens gewürdigt sein. Die Weinkarte bietet verständlicherweise nur Weine von der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor eG, was aber keine Einschränkung bedeutet, da diese Weine eine breite Palette bilden und ausgesprochen schmackhaft sind, nunmehr seit Jahren sind sie fester Bestandteil unseres heimischen Weinkellers. Die angebotenen Digestifs, die allesamt Pfälzer Produkte sind, waren schnörkellos ehrlich und wohl deswegen gut bekömmlich. Dass sich dieses Restaurant nun deutlich besser präsentiert, im Outfit ebenso wie im Service ist sicher auch der neuen Restaurantleiterin, Frau Devrim Bozkir, zu verdanken. Trotz der genannten Schwächen waren wir angetan vom neuen Flair, schmackhaft gesättigt durch die bemerkenswerten Leistungen der Küche und insgesamt zufrieden mit dem Service. Wir sind uns sicher, dass sich dies alles noch steigern wird und werden ganz sicher wieder hier zu Gast sein. Ein halbes Jahr später waren wir wieder da!
Ich komme nicht umhin, die bisherige Kritik zu revidieren! Unsere Hoffnung war groß, dass dieses in früheren Jahren exquisite Restaurant wieder auf dem Weg ist an diese alte Zeit anzuknüpfen. In einer früheren Rezension ist dies ausführlich nachzulesen. Ob dies mittlerweile weiter fortgeschritten ist, können wir nicht beurteilen, weil wir bei unserem Besuch keinen Zutritt bekamen, obwohl dies u.E. ohne Umstände möglich gewesen wäre; ohne Zweifel ein sprechendes Zeugnis dafür, dass man wieder auf hohem Ross reitet und sich vom Kunden weg bewegt. Doch der Reihe nach. Wieder waren wir zum Weinkauf am Nachmittag in der Vinothek und wollten von dort aus für den Abend reservieren, wie wir dies bisher immer taten. Wegen einer kleinen Hochzeitsgesellschaft im hinteren Teil des Restaurants wollte die Dame am Telefon nachfragen, ob an den freien Tischen im vorderen Teil Reservierungen vorgenommen werden können, zumal sie selbst keine Schwierigkeit sah, auch deswegen weil sich die Gesellschaft schon am früheren Abend verabschieden wollte. Einige Zeit später musste sie uns namens des Küchenchefs wie des offenbar anwesenden Chefs absagen. Erst nach 20h wäre dies möglich, auch wenn man nicht genau angeben könne, ob sich zu read more