Das Süllberg Restaurant gehört sicherlich im Hinblick auf Lage, Ausblick und Küche zu den guten Adressen in Hamburg. Ausgehend von der Annahme, dass auch die Freiterrasse von derselben Küche wie das Gourmet Restaurant bedient wird, hatten sich meine Gastgeber - die mir eine besondere Freude und ein besonderes Geschenk zu meinem runden Geburtstag machen wollten - für die Terrasse entschieden. Das komplette Essen war vor einiger Zeit vorbestellt und vom Restaurant auch bestätigt worden.
Unsere etwas verspätete Ankunft und den Wunsch, einen Tisch auf der Terrasse dem Anlass entsprechend einzudecken, avisierten meine Gastgeber drei Mal telefonisch dem Restaurant im zehn Minuten Abstand vor unserem Eintreffen. Antwort: der Tisch wird selbstverständlich frei gehalten.
15 Min. später, keiner begrüßt, dem Oberkellner mussten wir hinterher laufen, Antwort: suchen Sie sich einen Tisch aus. Von der Vereinbarung, dass ein Geburtstagstisch reserviert und eingedeckt werden sollte, hatte er offensichtlich keine Ahnung.
Kein Tisch war eingedeckt, wir mussten mehrmals Kellner bitten, einzudecken. Flasche Wasser wurde einfach hingestellt, ohne zu fragen ob mit/ohne Sprudel. Nur mehrmaliges Bitten führte dann dazu, dass sich ein junger Kellner uns annahm und Karten reichen wollte. Vorbestelltes Menu Fehlanzeige! Nach ca. 15 Minuten war der Tisch endlich eingedeckt.
Nach der Weinkarte mussten wir wiederum explizit fragen. Der spätere Bestellvorgang je einer Flasche Weiß- und Rotwein gestaltete sich etwas schwierig, da der junge und auch freundliche Kellner ( er war stets bemüht) die Weinkarte wohl noch nie von innen gesehen hatte und folglich mit den angebotenen Marken vollkommen überfordert war. Nur erstes Einschenken erfolgte, danach musste der Gastgeber jedes Mal selbst aufstehen, den Wein vom Servicetisch holen und einschenken. Personal war genügend vorhanden, aber mehr mit sich selbst beschäftigt. Einige schauten zwar immer auf unseren Tisch, keiner wusste aber so recht, was und wie sie/er machen sollte. Eine Zuteilung von Personal zu Tischen war nicht erkennbar, jeder war für alles zuständig. Der Oberkellner hatte mittlerweile sein Jackett abgelegt und war ausschließlich damit beschäftigt, vor den Augen aller Gäste Schaumstoffeinlagen in Sitzkissen zu bringen. Kommunikation zwischen ihm und dem Personal fand so wenig statt wie innerhalb des Servicepersonals.
Beim Servieren der Speisen wurde penetrant auf eine kurze Erläuterung der Speisenbestandteile verzichtet - im Gegensatz zu den Gästen an zwei Nebentischen, die die gleichen Speisen bestellt hatten aber früher bedient wurden obwohl später eingetroffen.
Bei der Hauptspeise kam eine set ohne Pilze an mit der Begründung, dass ja ein Essen ohne Pilze bestellt worden sei. Dem war natürlich nicht so, zumal man ja eingangs gar nichts von einer Vorbestellung wissen wollte. Nach fünf Minuten kam der Teller erneut mit Pilzen jedoch entsprechend kalt. Es fehlte jedoch Besteck, nach dem ich ausdrücklich fragen musste obwohl eine Kellnerin ständig auf unseren Tisch schaute. Diese bat ich, mir doch bitte das in ihrer Hand befindliche Besteckset zu reichen. Da es sich aber nur um ein Messer handelte, das sie in der Hand hielt, erhielt ich auch nur dieses Messer. Eine Gabel wurde dann umständlich aus dem Restaurant geholt, obwohl sich der Servicewagen mit Besteck keine zwei Meter von unserem Tisch befand.
Die Bestellung einer weiteren Flache Wein wurde zwar nach Aufforderung entgegen genommen, aber es passierte ca. 20 Minuten nichts. Man geht in solchen Restaurants davon aus, dass nach Entleeren einer Flasche unaufgefordert eine weitere angeboten wird. Da aber nicht nachgeschüttet wurde, konnte keiner der Kellner ja wissen, dass die Flasche leer war.
Der Frage nach dem Verbleib unseres Weins, folgte die unbeholfene Entschuldigung des Kellners, dass der Wein nicht mehr verfügbar sei.
Zum Schluss bestellten wir noch zwei Digestifs, was darin resultierte, dass vier Digestifs jedoch vollkommen andere - was man schon an der Glasform erkennen konnte - gebracht wurden. Eine unbeholfene Äußerung, dass da wohl mal wieder was schief gegangen ist, veranlasste uns nur noch zu verzweifeltem Schmunzeln.
Der Hinweis auf alle diese Ungereimtheiten an den neuen Oberkellner, der uns die Rechnung brachte, resultierte darin, dass er sich zwar entschuldigte und uns ein Glas aufs Haus anbot (was wir ablehnten)mit den abschließenden Worten dann einen schönen Sonntag noch. Hier hätte man schon erwartet, dass man den Wunsch äußerte, das Restaurant bald wieder aufzusuchen - trotz der unangenehmen Erfahrungen.
Leider ist dies kein Einzelfall, da uns andere Gäste am Nebentisch ansprachen und sich ähnlich über den lausigen Service beklagten. Bekanntlich wird die Treppe von oben gekehrt was sich leider weder durch das Verhalten und den Auftritt des Oberkellners bestätigte.
Ich bin der Überzeugung, dass sich mangelhafter Service nicht immer mit dem Ausblick kompensieren lässt und ich wünsche dem Haus nicht read more