Die griechische Küche kann sehr lecker schmecken, aber leider nicht im Christos: was mir hier gestern abend als Fleischplatte verkauft wurde, war das Schlechteste, was man mir je in einem Restaurant serviert hat. Köche, die nicht kochen können, können meistens wenigstens grillen - hier aber nicht. Das Schweineschnitzel und die beiden Hühnerspießchen waren zäh, trocken und totgegrillt. Das Bifteki salzig, ansonsten aber o.k.. Das Lammkotellet war knorpelig und badete zur Abwechslung in Fett. Besonders die Hühnerspießchen schmeckten extrem verbrannt, obwohl sie äußerlich nur wenig verkohlte Stellen aufwiesen - der bittere Nachgeschmack eines einzigen winzigen Stückes davon liegt mir 14 Stunden danach immer noch auf der Zunge und stößt übel auf. Ich vermute, dass entweder der Grill nicht regelmäßig gereinigt oder ein Öl verwendet wird, welches für derart hohe Gartemperaturen nicht geeignet ist, was höchst gesundheitsbedenklich wäre. Die beiliegenden Bohnen stachen durch unterschiedliche Grünabstufungen hervor, was eindeutig belegt, dass frischer zubereitete Bohnen mit bereits länger gegarten vermischt wurden. Die beiden Kartoffelviertel waren wirklich gut. Ich ließ den Teller beinahe unangetastet abräumen. Der Kellner wollte auch wissen, ob es mir geschmeckt habe, was ich wahrheitsgemäß mit nein beantwortet habe und er ohne weiteres Nachhaken ignorierte.
Die Bedienungen machten einen überforderten Eindruck. Innerhalb unserer 5er-Gruppe wurde die Bestellung von 2 Personen vergessen. Ein Gericht, welches eigentlich für den Nachbartisch bestimmt war, wurde recht zügig uns serviert, was wir zunächst nicht bemerkten, da die Bestellung deckungsgleich war. So etwas kann ja mal passieren, aber insgesamt speisten wir recht zeitversetzt voneinander, was das ganze über das Maß eines kleinen Missgeschicks hinaushob.
Service und/oder Küche scheinen große organisatorische und/oder kommunikative Probleme zu haben. Einzig die Dame an der Bar war souverän. Der Inhaber wirkte sehr angespannt und rügte sein Personal öffentlich, was nicht gerade zur Verbesserung der ohnehin leicht unfreundlichen Atmosphäre beitrug. Als ich zunächst allein im nicht gerade überfüllten Außenbereich des Restaurants eintraf und nach einem 5er-Tisch fragte, wirkte der Restaurantbetreiber sichtlich genervt. Für unseren Geschmack suchte er im Laufe des Abends zu häufig den Körperkontakt zum Publikum durch ständiges Anfassen. Den Stammgästen scheint diese besondere Art der Aufmerksamkeit aber zu schmeicheln. Überhaupt scheint das Eimsbütteler Publikum hier alles klaglos hinzunehmen, was es an seiner Firmenkantine kritisieren würde.
Schade um die Räumlickeiten. Aus diesem Restaurant ließe sich etwas machen. Der Restaurantbetreiber entschuldigte sich mehrfach für die vielen Missgeschicke des Abends. Eventuell wäre die Einstellung von Fachpersonal in Küche und Service gewinnbringender und entspannender für ihn.
Gemessen an den Vorberichten, muss das Restaurant in den letzten Monaten schwerst abgebaut haben. Vielleicht haben wir nur einen schlechten Abend erwischt? Herausfinden möchten wir das allerdings nicht mehr. read more