Kopfschütteln über so viel Kinderfeindlichkeit und Dienst nach Vorschrift:
Wir (eine Gruppe von 10 Erwachsenen und 4 Kindern im Alter von 2-5 Jahren) waren am 15.12.2012 zum Frühstück im Kowalski. Dort suggerierte man uns bereits bei der Reservierung der Tische, dass Familien mit Kindern willkommen seien und sowohl eine Kinderspielecke als auch Kinderstühle zur Verfügung stünden. Leider mussten wir an diesem Samstagmorgen eine andere Erfahrung machen.
Bereits in der Karte ist vermerkt, dass Kinder sich ausschließlich in der Spielecke oder am Tisch bei den Erwachsenen aufzuhalten haben und sich jederzeit ruhig verhalten sollen. Hätten wir diesen Hinweis gleich zu Beginn gelesen, wäre uns der ganze Ärger erspart geblieben. Denn dann hätten wir sofort, d.h. ohne Frühstück das Lokal wieder verlassen. Welches 2-jährige Kind lässt sich drei Stunden am Tisch fesseln oder in die Spielecke sperren? Und am besten noch, ohne einen Ton von sich zu geben
An diesem Morgen war noch eine weitere Gruppe junger Familien frühstücken, sodass sich im Lokal wohl an die 10 Kleinkinder befanden.
Die Spielecke befindet sich direkt neben dem Eingang und war mit ihren etwa 4 qm an diesem Morgen zu klein, als dass dort alle Kinder gleichzeitig hätten spielen können, zumal meist auch ein Erwachsener dabei ist. Alternativ hätten wir also unsere Kleinen die gesamten 3 Stunden, die wir gefrühstückt haben, an unserem Tisch festhalten müssen. Jeder, der kleine Kinder hat, kennt den Bewegungs- und Entdeckerdrang der Kleinen und so haben wir sie auch durchs Lokal laufen lassen, zumal das Kowalski nach außen einen kinderfreundlichen Eindruck vermittelt.
Von Kinderfreundlichkeit war an diesem Morgen jedoch keine Spur zu erkennen. Statt dessen ernteten wir böse Blicke durch das Personal und unsere Kleinen wurden mehrmals in äußerst barschem Ton vom Personal zurecht gewiesen. Macht nicht so laut oder Geh in die Spielecke wurden unsere Kinder mehrmals angefahren.
Dazu muss bemerkt werden, dass keines der Kinder in irgendeiner Form laut war, es wurde weder geschrieen noch geweint noch gezankt. Natürlich war der Geräuschpegel durch die Anwesenheit von etwa 10 Kleinkindern etwas erhöht, was aber meiner Ansicht nach normal ist, wenn kleine Kinder aufeinander treffen und miteinander spielen.
Die Krönung an diesem Morgen war der Hinweis einer Angestellten, unser Kind solle sich aus dem hinteren Bereich, der durch eine Stufe vom restlichen Lokal abgetrennt ist, entfernen. Dort war unser Kleiner (2 Jahre alt) auf einen Stuhl an einem leeren Tisch geklettert, ganz ruhig und ohne einen Ton von sich zu geben. Er ist lediglich auf den Stuhl gestiegen und hat sich darauf gesetzt. Dies allein und dass der Tisch in diesem durch die Stufe separierten Bereich stand, reichte aus, um mich als Mutter aufzufordern, mein Kind aus diesem Bereich zu entfernen, weil es die Gäste in diesem Bereich störe. Nach einem Blick auf die dort sitzenden Gäste (ein junges Pärchen, zwei Frauen, zwei in Anzug gekleidete Herren am Laptop) nahm ich mein Kind und fragte die Angestellte, ob sich denn einer von den Gästen beschwert hätte. Daraufhin verneinte sie, teilte mir aber mit, dass es ihrer Erfahrung entspräche, dass die Gäste in diesem Bereich nicht durch Kinder gestört werden möchten. Welch überhebliche Bevormundung der anwesenden Gäste, dachte ich. Wie kommt sie zu solch anmaßenden (Vor-)Urteilen? Ich als Kunde möchte nicht, dass sich eine Angestellte anmaßt, darüber zu entscheiden, ob mich Kinder stören oder nicht. Ich als Kunde brauche auch keinen Aufpasser, denn ich bin selbstständig genug mit den Leuten zu reden, wenn mich etwas stört. Mag sein, dass manche Gäste des Kowalskis da anders sind und sich eine Kontroll- und Erzieherinstanz in Form des Personals wünschen. Als ich mit der mich maßregelnden Angestellten sprach, schaltete sich eine der in diesem Bereich sitzenden Frauen, die unser Gespräch mitgehört hatte, ein und meinte, sie hätte kein Problem, wenn unsere Kinder dort spielen würden. Darüber hinaus meinte sie, sie selbst habe Kinder und sie hätte schon bemerkt, dass es hier nicht gerade kinderfreundlich zugeht. Obwohl keine Beschwerde von Gästen vorlag und sogar eine der Gäste, die durch die Angestellte für ihre Argumentation benutzt, weil vors Loch geschoben wurde, uns als Eltern beipflichtete, wich die Angestellte keinen Millimeter von ihrer Forderung ab. Statt dessen wurde nun der eigentliche Grund offenbart: Es sei hier (im Kowalski) so, dass dieser Bereich kinderfrei zu sein hat, und sie tue nur ihre Pflicht, mich darauf hinzuweisen, dass Kinder nur in der Spielecke oder am Tisch zu spielen hätten, um die anderen Gäste nicht zu stören. Es spielt demnach also keine Rolle, ob sich Gäste tatsächlich gestört fühlen, sondern es geht lediglich darum, die potentielle Gefahr aus dem Weg zu räumen, dass sich ein Gast gestört fühlen KÖNNTE.
Schon die Tatsache, dass Kinder als Störfaktor empfunden und als diese auch benannt werden, zeigt, wie man im Kowalski read more