Wir waren am zweiten Weihnachtstag in Arsen und Spitzenhäubchen. Die Inszenierung mit Cary Grant aus den 1940er Jahren gehörte in meiner Jugend zu meinen Lieblingsfilmen. Deshalb habe ich auch gerne und spontan Ja gesagt, als meine Freundin mir vorschlug, das Stück im Kriminal Theater anzusehen.
Vorab: Ich fand das Stück, das das Kriminal Theater da auf die Bühne gebracht hat, in mindestens zweifacher Hinsicht fürchterlich: zum einen hinsichtlich der schauspielerischen Leistung, zum anderen hinsichtlich des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Wirklich überzeugen konnte mich nur die Figur des Mortimer Brewster. Die übrigen Schauspieler agierten eher auf Laienspielniveau. Kaum einem gelang es, den wirklich schwarzen Humor der Vorlage und die Schnelligkeit des Witzes auszuspielen. Teilweise hatte ich den Eindruck, die Schauspieler verstünden kaum etwas von dem, was sie da sprachen. Sie wirkten wie schlechte Witzeerzähler, die fast jede Pointe versemmelten.
Dass nicht nur ich wenig begeistert war, zeigte sich nicht nur am schmalen Applaus, sondern auch an den zahlreichen Zuschauern, die das Stück vorzeitig verließen. Zwar wurde das Stück in der zweiten Hälfte ein wenig besser; über 30 Euro war die Darbietung aber wirklich nicht wert. Dieser Preis ist für das Gebotene wirklich eine Unverschämtheit. Hinzurechnen muss man noch eine Garderobengebühr, denn die Mitnahme von Mänteln und Jacken in den Zuschauerraum ist nicht erlaubt. Zumindest die Garderobe könnte bei den happigen Preisen wirklich inklusive sein.
Was mich besonders ärgert, ist, dass ich inzwischen mehrere Bekannte aus Berlin getroffen habe, die ebenfalls schon einmal im Kriminal Theater (wenn auch tw. in anderen Stücken) waren. Von allen habe ich deutlich negative Kritiken gehört leider erst nach meinem Besuch. So verbuche ich das Kriminal Theater als teure Touristenfalle und reduziere den Abend dort ansonsten auf die beiden netten Spaziergänge, die wir auf dem Weg hin und zurück hatten. read more