Eins vorweg: Ich habe lange lange Zeit in der Schanze gewohnt. Ich habe auch lange lange Zeit in Bars am Tresen und auf Konzerten gearbeitet, bin also lautstärketechnisch und auch, was Schanzenpublikum angeht, relativ abgehärtet.
Ich war auch immer sehr sehr gerne im Berliner Betrüger, habe dort sogar einmal meinen Geburtstag gefeiert.
Aber liebe Mädels und Jungs, was ist denn da plötzlich los?
Erstens wurden ungefähr 80% der Speisen bis auf ein paar Sandwiches und Flammkuchen von der Karte geworfen. Okay, mit Alkohol lässt sich wohl mehr Geld verdienen. Das sei verziehen, kann man ja irgendwie verstehen, vielleicht.
Die Tresendamen schauen nun entweder halbmotiviert auf ihr Handy oder versuchen, cool auszusehen, weshalb wir nach so ungefähr 20 Minuten selbst an den Tresen gingen, um unser Essen und die Getränke zu bestellen. Sollten wir auch alles gleich zahlen. Auch das Essen. Strange strange. Aber Unfreundlichkeit und signalisiertes Desinteresse und wenig Bewegung scheinen ja hip zu sein. So wie Schilder wie "Bitches love cake", die neuerdings von der Theke baumeln. Uuuuuh.
Am hippsten war jedoch unsere Bedienung, die wenigstens ein auffallendes Interesse an erlischenden Kerzen nahm und diese gewissenhaft auswechselte. Als wir sie höflich baten, ob die Musik vielleicht "einen kleinen Ticken leiser" gedreht werden könne, damit wir uns beim Reden nicht die Lunge aus dem Leib schreien müssen (um 19:30 wurde die Lautstärke nämlich schlagartig um ungefähr 1000 Dezibel angehoben, was eine Unterhaltung fast unmöglich machte - wenn das so gegen 23:00 passiert, völlig okay, aber wenn noch Leute zum Essen da sind irgendwie semitoll), schaute sie uns abfällig an (ihr Blick sprach sowas wie "Ihr Spießer, dann geht doch nach Eppendorf zum Italiener") und motzte "Das wird nachher sogar NOCH lauter." Und ging.
Wir konnten uns nur mit offenem Mund angucken und mussten auch tatsächlich ein kleines bißchen lachen. Aber ehrlich: das geht gar nicht. Selbst wenn man die Musik so laut aufgedreht lassen möchte, dass man hinterher taub ist, kann man das auch anders kommunizieren.
Keine Lust mehr, zu Euch zu gehen. Schade. read more