Nachdem wir das Bambados aufgrund der hohen Preise boykottiert haben, hat die Neugierde gewonnen und wir haben den Nachmittag im Schwimmbad verbracht. Der Eingangsbereich ist zwar Geschmacksache, aber stimmig zur Fassade gestaltet. Nachdem wir uns umgezogen haben, ist gleich der erste Mangel aufgefallen. Es gibt viel zu wenig Spinde für die Klamotten. Die wenigen die offen waren haben nicht abgeschlossen und an mehreren stand ein handgeschriebener Zettel mit der Aufschrift Defekt. Nachdem wir einen gefunden haben den wir dann zusammen nutzten war ich gleich wieder enttäuscht. Die Schlüssel (bekannt aus der Obermaintherme Bad Staffelstein) sahen aus wie von einem 20 Jahre alten Schwimmbad aufgekauft. Die Bänder waren total zerrupft. Zudem kann das Band nicht wie bei einer Uhr, über die vorhandenen Löcher gegen verlieren gesichert werden, sondern wurde nur durch ein Plastikteil über Reibung gehalten. Diese hielt natürlich nicht zuverlässig.
Nun ging es in Richtung der Schwimmbecken. Auf dem Weg liegt das WC, welches wie von mehreren qypern bereits als übel riechend beschrieben wurde. Leider müssen wir dem zustimmen. Es roch, wie ein Dixie welches drei Tage in der Sonne stand, extrem nach Urin.
Der erste positive Eindruck war das Erlebnisbecken. Die Wassertemperatur ist sehr angenehm. Viel wärmer wie Hirschaid und Forchheim. Mit Bad Staffelstein möchte ich an dieser Stelle nicht vergleichen, da es ein Heilbad und von Haus aus sehr warm ist. Was mir auch sehr gefallen hat, ist dass das Erlebnisbecken unterschiedliche Tiefen hat.
Nach kurzem Aufenthalt im Erlebnisbecken wollten wir uns etwas umschauen und haben das große Schwimmbecken mit 1 und 3 Meter Sprungbrett gefunden. Wir waren von der Größe total beeindruckt. Die Wassertiefe beträgt über einen großen Bereich 4 Meter . Der mittlere Bereich hat eine Tiefe von 2 Meter und hinten hat das Becken einen höhenverstellbaren Boden. Für mich ist dieses Becken zweifelsohne das Vorzeigebecken des Schwimmbades. Vor allem Schwimmvereine werden begeistert sein.
Die nächste Station war der Rutschenbereich. Dieser war total überlaufen, was aber an dem viel zu knapp bemessenen Platz liegt. Die Schlange der unteren Rutsche blockiert den Aufgang zur oberen. Zudem kann bei der oberen Rutsche ein Reifen verwendet werden, sofern man einen bekommt, da es einfach zu wenige gibt. Die Rutschen sind für meinen Geschmack etwas zu langsam (werden auch als leicht eingestuft). Da bietet das Königsbad in Forchheim mehr. Nach ein paar Abfahrten kam eine Bademeisterin und hat die untere Rutsche geschlossen, da zu viele Gäste anstanden. Für mich ein Eingeständnis für eine schlechte Planung. Da könnte das Atlantis in Höchstadt seine Rutschen dauerhaft schließen nur die haben mehr Platz gelassen.
Was auch noch aufgefallen ist, sind rostige Metallteile wie Geländer und Türgriffe. Das Bad ist doch erst ein Jahr alt. Wie kann da bereits der Edelstahl rosten? Auch ist im Ausgangsbereich der Rutsche bereits Schimmel in den Fugen. Wird hier die Pflege vernachlässigt, oder wurde aufgrund der explodierenden Kosten beim Bau nur noch billig eingekauft? Jedenfalls macht das Bad so keinen hochwertigen und langlebigen Eindruck (ich möchte auch nochmal an die defekten Spinde erinnern).
Vor dem Verlassen des Bades haben wir uns geduscht. Leider auch hier ein Kritikpunkt. Das Duschwasser war total kalt. Ein kleiner Junge hat sich sogar geweigert, da es ihm zu kalt war. Das Becken ist um einiges wärmer.
Nach dem Umziehen sind wir in den kleinen Ausgangsbereich gelangt. Auch hier ein Beispiel für schlechte Wartung oder minderwertige Qualität. Ein an der Wand angebrachter Föhn war Defekt. Nun wollten wir enttäuscht das Bad verlassen, aber es gibt nur einen Automat zum Nachzahlen. An diesem hat sich eine lange Schlange gebildet und wir mussten warten. Zum Glück hat die Dame an der Kasse schnell reagiert und zusätzlich Nachzahler kassiert. Dies war aber nicht die letzte Schlange in der wir standen. Es gibt neben dem Automaten auch nur ein Drehkreuz, an dem auch Leute in das Bad hinein wollten. Meiner Meinung nach ist auch das eine absolute Fehlplanung. Man kann feste Ein- und Ausgänge definieren. Diese sollten auch doppelt ausgeführt sein. Schlange stehen bedeutet Stress für die Gäste und dies ist nach einem Schwimmbadbesuch völlig fehl am Platz. Es ist auch nicht im Interesse der Stadtwerke wenn der Gast im schlecht gestalteten Ausgangsbereich gestresst wird, da der letzte Eindruck eher im Gedächtnis bleibt.
Alles in allem waren wir sehr enttäuscht von der schlechten Architektur. Bei einem neuen Bad haben wir mit einer besser durchdachten Gebäudestruktur gerechnet. Wenn ich daran denke das Bamberg für ein solches Bad mit minderwertiger Ausstattung viele Schulden aufnehmen musste, hoffe ich das der Größenwahn von Herrn Starke bei der nächsten Wahl sein Ende findet. Wir werden auf jedenfall in Zukunft das Königsbad in Forchheim besuchen. read more