Ich war bisher nur einmal da und bin positiv überrascht worden. Die Erwartungshaltung war ein bisschen, dass sich nur Hipsters und Fit-For-Fun-Menschen ins architektonisch interessante Badeschiff wagen.
Doch mein Eindruck vom Publikum an einem Donnerstagabend war sehr positiv: normale Leute zwischen 25 und 40, schwul und hetero, Frauen und Mäner, Singles und Paare gemischt, aber vor allem eins: entspannt. Das Saunaschiff ist glücklicherweise kein Flirtpool selbstreferentieller StartUp-Leute.
Zugegeben: angesichts des Kubrickdesigns hatte ich letzteres schon etwas befürchtet. Die randständige Lage dürfte der Grund sein, warum vor allem passionierte Saunagänger den Weg zur Arena auf sich nehmen.
Die Preise sind nicht günstig, aber ok. Die Saunen selbst sind finnischer Art, mit Aufgussmöglichkeit. Es fällt auf, das für viele Leute Schwatzen und Schwitzen nicht nur vom Wort her fast dasselbe sind. Das kannte ich von anderen Einrichtungen bisher nicht.
Die Hygeneeinrichtungen sind nicht luxeriös, aber zweckmäßig. Man zieht sich in einem hübsch ausgestaltetem Container um. Dann gehts ein paar Meter ins Freie (unter dem Blick verwunderter Konzertbesucher) und schon ist man einer anderen, warmen Welt.
Man darf keine Getränke mit reinbringen, ein paar haben allerdings trotzdem was reingeschmuggelt. Ansonsten gibt es eine Bar.
Das Schwimmbad ist ein zusätzlicher Anreiz. Die Temperatur fand ich grenzwertig, aber ok (bin keine Wasserratte). Es ist das gleiche Becken wie im Sommer und man kann bis an den Rand schwimmen. Dieser ist nach außen hin offen: so steht man nackt unter dem winterlichen Sternenhimmel, ein einmaliges Erlebnis.
Loben muss ich auch die dezente Musikbeschallung (Kings Of Convenience), wobei das abhängig von den Barkeepern sein dürfte.
Als Mängel sehe ich also die etwas hohen Preise und die Lage. read more