Normalerweise schreibe ich selten Bewertungen, aber von meiner gestrigen Erfahrung möchte ich gerne berichten, auch wenn sich der Bericht für viele möglicherweise nicht glaubhaft darstellt:
Atmosphäre: Stilvolles Ambiente, großzügige Anordnung der Tische. Bestuhlung empfand ich als unbequem, ist aber Geschmacksache. Die Akkustik wirkte störend, sehr laut und hallend.
Speisen: Das bestellte PAN Brot (Vorspeise) musste vom Gast wider Erwarten selbst zubereitet werden. Kein fertiges Bruscetta! Von der lieblos beigelegten Knoblauchzehe muss selbst mit einem normalen Messer mühevoll die Haut abgezogen werden, sodann reibt man das erkaltete bröselige Röstbrot mit einer Hälfte der präparierten Zehe ein, versucht dann das Brot mit ein wenig Olivenöl zu benetzen (es handelte sich um eine ordinäre, unhandliche Liter-Flasche ohne Dosieraufsatz), was jedoch zum Teil durch die Löcher im Brot auf die Hand suppt, denn der uns noch für die Aufmerksamkeit des Hauses zu Beginn bereitgestellte kleine Teller wurde nämlich mit Servierung der Vorspeise wieder abgeräumt, so dass man das PAN-Brot auf der Hand zubereiten musste. Der nur sehr dünn und wässrig anmutende und zugleich fade Tomatenaufstrich aus einem kleinen Minitöpfchen (für 5 Brote) wird schließlich aufgetragen. Fertig. Wenn ich ein gutes Restaurant gehe, möchte ich das Essen FERTIG serviert bekommen und nicht selbst kochen.
Von den bestellten Steaks waren insgesamt zwei anstatt medium leider englisch zubereitet. Kommt in den besten Restaurants vor, in einem guten Steakhaus gehört die Bratkunst jedoch zum Handwerk, das beherrscht werden muss. Mein Steak wollte ich nicht zurückgehen lassen, da ich das Essen ohnehin schon als letzter erhielt und dann nicht wegen einer erneuten Verzögerung alleine essen wollte. Gegen Ende erstreckte sich auf die Hälfte des Tellers eine tief rote Blutlache, in der meine Wedges und die Salatblätter-Deko schwammen. Das letzte Drittel des Steaks war dann für mich einfach nicht mehr genießbar und ging zurück. Zudem entsprach das angegebene Gewicht (optischer Vergleich mit den anderen Bestellungen am Tisch) ganz eindeutig und nach Auffassung aller 6 Gäste nicht der aufgegebenen Bestellung. Kommentar des Kellners: Doch, das stimmt, die Bestellung habe ich selbst eingebucht. (?!) Er wehrte unsere Kritik ab und behauptete einfach nur das Gegenteil.
Wedges, Pommes, Kroketten waren bzw. schmeckten leider nicht frisch. Die Bratkartoffeln meiner Frau waren gut, wobei sich die Beschreibung ihres Gerichts ansonsten auf dem Teller nicht wiederfinden ließ. Die angepriesenen Gemüse"würfel" auf dem Steak waren - wenn überhaupt vorhanden - so mikroskopisch klein bzw. vernachlässigbar, dass sie vom fettigen Käsemantel mit Leichtigkeit dominiert wurden.
Getränke: Breite Auswahl, passend zu den Gerichten. Die drei frisch gezapften Pils meines Freundes wurden regelmäßig deutlich unter dem Eichstrich ausgeschenkt. Leere Gläser wurden vom Kellner zu spät bemerkt.
Service: Der Kellner war grundsätzlich freundlich, zeigte aber keine Spur von Kundenorientierung. Er hat leider keine Anstalten unternommen, den Kunden auch in einer für ihn schwierigen Situation zufrieden zu stellen. Dazu zählen aus meiner Sicht Verständnis, Einsicht, Entgegenkommen.
Unser Tisch wurde erst eine halbe Stunde nach dem Essen abgeräumt. Meine Kritik aufgrund der unzureichenden Zubereitung des Steaks wurde ignoriert. Ich bat um eine Stellungnahme der Küche, die jedoch ausblieb.
Bezahlung: Ich wartete auf mein Wechselgeld zunächst am Tisch, dann dauerte es mir doch zu lange und ich verließ das Lokal. Auf der Straße tippte mich einer der Gäste auf die Schulter und gab mir mein Wechselgeld. Der Kellner hatte mein Geld anderen Gästen zur Weiterleitung an mich gegeben.
Unter dem Strich wiegt der Umgang des Kellners mit unserem Anliegen schwerer als die Unzulänglichkeiten beim Essen. Die Summe der Fauxpas lässt leider keine andere Bewertung zu. read more