Das ehemalige Wilhelmspalais definiert sich seit 2018 nicht als Museum zur Stuttgarter Stadtgeschichte. Es will "Science-Center urbaner Kultur" sein. Und das umfangreiche Programm wird diesem Anspruch gerecht. Neben den kostenlosen Ausstellungen "Stuttgarter Stadtgeschichten", "Salonausstellung" und der "Kinderbaustelle", die ich noch nicht sehen konnte, gibt es Sonderausstellungen. Aktuell sind das "Stuttgart Twenties" und "Ludwig Windstosser. Industriefotografie und Stadtporträt"
Kartenzahlung gehört im StadtPalais offenbar noch nicht zur "urbanen Kultur", und ist nicht möglich. Auch sonst ist das freundliche Serviceteam sehr unterschiedlich kompetent. Das Kombiticket berechtigt zum jeweils einmaligen Besuch der Ausstellungen. Ich hätte die Fotoausstellung gerne an einem anderen Tag besucht, aber das Ticket wird kommentarlos komplett entwertet.
Dass es einen digitalen Guide gibt, erfährt der Besucher ärgerlicherweise erst oben in der Ausstellung. Also wieder runter an die Kasse. Der Login in die Museumsapp funktioniert nicht. "Das ist normal bei Samsung-Handys", klärt mich ein Mitarbeiter auf. "The Länd" möchte gern als Speerspitze der Innovation wahrgenommen werden- das scheint im StadtPalais noch nicht angekommen zu sein. Aber es gibt auch einen Audioguide. Also nehme ich einen mit, und begebe mich wieder rauf in die Ausstellung. Dort stelle ich dann fest, dass der Ton zwar auf Maximum steht, aber dennoch so leise ist, dass ich nichts verstehen kann. Ich verzichte darauf, mich um ein anderes Gerät zu bemühen.
Das Konzept von "Stuttgart Twenties" überzeugt. Sechs Räume aus dem Stuttgart der 20er Jahre sind mit viel Liebe zum Detail nachgebaut. Und weil es sich nicht um historische Originale handelt, kann der Besucher alles anfassen und ausprobieren. Es gibt viel zu lesen und anzusehen.
Fazit: Interessantes Haus mit mangelhafter Digitalisierung.
Ambiente: Fünf Sterne
Digitalisierung: Ein Stern
Covid-Schutzmaßnahmen: Vier Sterne
Preis-Leistungs-Verhältnis: Vier Sterne
Besucherführung / Usability: Zwei Sterne
Team: Drei Sterne
Museumspädagogik: Vier Sterne
Empfohlene Besuchsdauer: Ein bis zwei Stunden
Spaßfaktor: Fünf Sterne
Wiederbesuchs-Faktor: Fünf Sterne read more