Berlin ist durchaus eine Stadt des Wassers. Und somit auch der Brücken, von denen es doch eine nennenswerte Vielzahl gibt. Zu den etwas außergewöhnlicheren Brücken gehört die Lichtensteinbrücke, die den östlichen und nur eingeschränkt zugänglichen Teil einer Fußgänger-Doppelbrücke über den Landwehrkanal darstellt. Denn während der westliche Teil, der seit 2012 Rosa-Luxemburg-Steg heißt, und das auch nicht ohne Grund, öffentlich zugänglich ist, verbindet die Lichtensteinbrücke Hauptgelände des Zoos und ein Erweiterungsgelände, das seit den 80er Jahren das eine oder andere an possierlichen Tierchen beherbergt.
Die Namensbenennung nach Herrn Lichtenstein, der nicht mit dem fast identisch geschriebenen Fürstentum verwechselt werden darf, ist kein Zufall. Unabhängig davon, dass es ohnehin meine Zufälle geben soll.
Martin Heinrich Lichtenstein, 1780 in Hamburg geboren und 1857 auf See zwischen Korsör und Kiel gestorben und in Kiel beigesetzt, war nicht nur Mediziner, Zoologe und Forscher. Sondern unter anderem 1810 Gründer des Zoologischen Museums in Berlin und ab 1811 erster Professor für Zoologie an der Berliner Universität, die damals noch nicht den Namen Humboldt trug. Ab 1813 war er zusätzlich zu seinem Lehrstuhl auch Direktor des Zoologischen Museums. Und, was für den Berliner Zoo sehr wichtig war, er war Initiator und erster Direktor des Berliner Zoologischen Gartens. Seine Bitte an König Friedrich Wilhelm IV., nicht nur ein Darlehen für die Zoogründung zu gewähren, sondern auch einen Teil des Geländes der königlichen Fasanerie am Tiergarten zur Verfügung zu stellen, war erfolgreich.
Kein Wunder, dass nach diesem bedeutsamen Mann nicht nur eine Tierart, nämlich die Lichtenstein-Antilope, sondern auch zunächst eine zum Zoo führende Straße und später auch eigentlich auch eine im Verlauf der Lichtensteinallee vom Tiergarten- zum Corneliusufer führende Brücke benannt wurden.
1985/86 wurde in Zusammenhang mit dem Zoo-Erweiterungsgelände eine neue Brücke, diesmal eine Doppelbrücke4, errichtet. Über 100 Tonnen Stahl sollen verbaut worden sein. Rohrfachwerkträger sind über Feldern aus Stahlrohren mit Zugankern angebracht. read more