Als Wirtschaftsinformatiker (5. Semester) pendelt man an der UPB ein wenig zwischen den Welten. Auf der einen Seite der Informatikteil, der seinem guten Ruf meines achtens gerecht wird, auch wenn etliche Veranstaltungen für Winfo's herzlich unrelevant und teils sauschwer, aber das liegt nun mal am Studienplan des Fachs. Dafür gibts zumeist relaxte Profs und Tutoren, es herrscht einfach eine gute Atmosphäre (liegt wohl auch an den relativ kleinen Gruppen im Tutorium und dem meist vorhandenen Sitzplatzüberfluss). Anders siehts da schon im Bereich Wirtschaftswissenschaften aus. Die Profs scheinen zu glauben, dass sie die Uni wie ein Unternehmen führen können, wo sie der Chef und die Studenten die Untergebenen sind. Tutorien sind meist total überfüllt und finden in einem seltsamen Rhythmus statt, so dass es darauf hinausläuft, dass man große Teile des Stoffs ohne Erwähnung/Aufarbeitung in der Vorlesung oder Tutorium im Fernstudium selbst lernen muss. Dazu kommen noch ziemlich volle Hörsäle und Inkompetenz bei allem, was über Stift, Papier und Overheadprojektor hinaus geht. Immerhin empfinde ich viele Themen als relevant und als Massenfach hat man nie wirklich leicht.
Der Campus hat eigentlich nur einen Vorteil: Es gibt (fast) nur den einen, alles ist somit sehr zentral gelegen. Diesen Vorteil macht er aber durch seine, sagen wir mal sehr zweckmäßige Architektur in Beton-Grau und Sch*-Braun wieder wett. An vielen Ecken denkt man, dass die Bauarbeiter erst vorgestern gegangen sind und vergessen haben, die Wände zu Streichen oder im Treppenhaus Lampen einzubauen. Die neuen Gebäude und einige renovierte Räume (von denen ich und wohl der Großteil der Studierenden fast nichts sehen wird) zeigen, dass das besser geht. Immerhin ist es Sauber und halbwegs übersichtlich in dem Bau. Ein bischen Güns gibts noch und es ist im Sommer ganz nett zum hinsetzen, aber für richtig schönes Ambiente reichts leider nicht.
Die Mensa macht das, was ich von ihr verlange (Satt, und zwar möglichst billig), zur Stoßzeit (~12:45-13:15) braucht man aber Nerven und Zeit für die Warteschlange, zumal es aufgrund der Anordnung der Ausgabestellen und Selbstbedienungstheken immer ziemlich drunter und drüber geht. Mehr als 2 Sitzplätze nebeneinander wird man zu der zeit auch kaum finden. Mein normales, subventioniertes Menü (Fleisch+Beilage+kleiner Salat+kleiner Nachtisch) kostet etwa 2,75 EUR, wer höhere Qualität und Abwechslung haben will zahlt schnell ein paar Euro mehr. Vegetarisches gibts auch subventioniert, ist aber immer lecker fettig (wie soll man sonst auch satt werden?). Absolute Hammer-tage sind die, wo es Milchreis oder veg. Pizza-Stücke gibt, da ist (meist) guter Geschmack, satt werden und nur einen Euro zahlen miteinander vereinbar. Zudem gibts noch einen kleinen Asia-Laden, ein (ich will mal sagen Prof-)Restaurant, einen Snack-Laden mit Hot-Dogs und ein Pub auf dem Campus. Letzterer entschädigt aber nicht für das fehlende Studentenviertel (so wie ich mir das vorstelle und im Ausland schon oft gesehen habe), man muss abends schon in die Innenstadt. Technisch ist die Uni aus meiner Sicht gut ausgestattet, es gibt viele Räume mit Computern und fast alle haben einen Beamer, WLAN ist überall gut verfügbar bei ebenfalls guter Geschwindigkeit. Wie ich hörte genießt die Bibliothek einen guten Ruf, als Winfo hab ich sie bis jetzt noch nie gebraucht (Bücher, die die Profs empfehlen ist meist nur Geldmache für eben diese (besonders bei Wiwi/Winfo-Profs), für die Klausuren taugen die nur sehr bedingt).
Alles im allem kann ich als Winfo ein Studium nicht empfehlen, es ist zu stark mit Pflicht-Balast beladen, der teilweise eigentlich nur zum sieben (genre mal 80% Durchfallquote) oder "Veranstaltung-voll-kriegen" gedacht seien kann. Entsprechend gering ist die Möglichkeit, nach eigenem Interesse und Berufsziel zu lernen. Aufgrund des Bologne-Verfahrens kann dies aber potenziell an jder Uni so auftauchen. Atmosphäre hält sich wie gesagt auch in Grenzen (vergesst mal gaaanz schnell die Ami-College-Filmchen, einige scheinen echt zu glauben "so läufts"), der einzige Lichtblick ist der der Info-Teil des Studiums. read more