Ich kann allen Recht geben, die betonen, dass das Ambiente und Enterieur vonTK Maxx keinen gehobenen Shopping-Ansprüchen genügen. Die Läden versprühen einen ähnlichen Charme wie der provisorische in einem Zelt untergebrachte Flugterminal des Düsseldorfer Airports nach dem Großbrand vor einigen Jahren. Auch sind die Waren scheinbar ähnlich chaotisch untergebracht wie die Koffer von Fluggästen auf den Gepäcklaufbändern. Die Mitarbeiterin an der Kasse war bei meinem letzten Einkauf nicht in der Lage, ein Hemd ordentlich gefaltet zusammen zu legen. Diese äußeren Umstände verleiten zudem viele Kunden dazu, sich in dem Warenhaus recht ungezwungen zu benehmen. So sind mir schon mehrfach Kunden bei der Anprobe von Beinkleidern aufgefallen, die sich frei und ungezwungen in der Unterhose mitten im Laden präsentieren und die eigentlich dafür vorgesehenen Umkleidekabinen geflissentlich ignorieren. Auch hat nicht jeder Kunde einen gezielten Blick für Kleidergrößen. Kürzlich beobachtete ich einen Herrn, der seinen stattlichen Leibesumfang in ein Daniel Hechter Sakko der Größe S zwängen wollte und dabei die Nähte des Kleidungsstücks im wahrsten Sinne des Wortes zum Platzen brachte. Natürlich wanderte es danach zurück auf die Kleiderstange. Deshalb muss man TK-Maxx-Waren vor dem ersten Tragen auch besonders sorgfältigen Reinigungsprozeduren unterziehen, etliche Hemden und T-Shirts wurden unzählige Male anprobiert und schlampig zurück gehängt und vom Personal nicht weiter beachtet. Das habe ich anderswo jedenfalls so noch nicht mitbekommen, amüsiert mich freilich aber auch mehr, als dass es mich stören würde, denn bei TK Maxx kauft man nicht ein, um ein Shopping-Gourmet-Erlebnis zu haben.
Kurzum, wer sich an diesen Begleitumständen nicht stößt und für sein Geld mit etwas Geduld gute Ware zu kleinen Preisen erbeuten möchte, ist bei TK Maxx gut aufgehoben. Dazu muss man aber wirklich die Zeit und Lust zum Stöbern mitbringen. Vieles bei TK Maxx ist alles andere als hochwertige Markenware, die guten Stücke verbergen sich aber mittendrin. Erst gestern habe ich im TK Maxx Bielefeld ein ausgesprochen ansehliches Leinensakko von Gant zusammen mit einem Business-Hemd von Cerruti für zusammen 100 € erstanden, beide Marken rufen bekanntlich deutlich höhere Preise für ihre Waren im Normalverkauf auf. Ich habe anderswo Rezensionen gelesen in denen bilanziert wurde, alle Markenartikel bei TK Maxx seien hässlich und darüber hinaus gefälscht, da ansonsten solche Preise nicht möglich wären. Beides kann ich nicht bestätigen. Die Ware wird wie oben gesagt wenig ansprechend präsentiert, da das Auge mitkauft, neigen wohl einige dazu, auch die Ware als wenig ansprechend anzusehen. Gefälscht sind TK Maxx-Artikel definitiv nicht, das würde auch kein namhafter Hersteller in Deutschland so zulassen. Die Kette ist darauf spezialisiert, Restbestände aus Überproduktionen aufzukaufen, ebenso natürlich ausgelaufene Saisonwaren, da purzeln die Preise. Auch handelt es sich nicht grundsätzlich um minderwertige Mängelware. Auch Designer- und Markenartikel sind nicht immer brillant verarbeitet. Meine Frau hat mir z.B. einmal zu Weihnachten einen Versace-Gürtel zum Preis von 200 € geschenkt, das Teil stammte aus einer Nobel-Boutique und hatte mit die minderwertigste Verarbeitung, die ich überhaupt jemals erlebt habe, der 50 €-Gürtel von Boss hingegen zeigte sich als unkaputtbar. Es liegt also nicht unbedingt an TK-Maxx, wenn die Designerwaren nicht immer die Härtesten im Nehmen sind.
Zusammenfassend kann ich sagen, TK-Maxx bietet lohnende Investitionen, wenn man oben genannte Einschränkungen in Kauf nehmen kann. read more