Das Tilsiter eine Friedrichshainer Institution zu nennen ist nicht übertrieben. Hier kommt doch einiges zusammen: die Lichtspiele sind ein prima Programmkino, die Kneipe ist eine von den schlichten, aber heimeligen, das Ganze ist abgelegen genug um es als Ort für Eingeweihte zu bezeichnen, und das mit einer Beständigkeit von knapp 20 Jahren. Und wer nun spöttisch denkt, na, das soll wohl heißen, das die so an der Peripherie der ganzen Szenekieze vor sich hinkrepeln, der irrt gewaltig. An manchen Wochenenden ist hier bis zwei, drei Uhr der Teufel los und die letzten Absacker schleichen sich dann gegen sechs, sieben Uhr morgens aus der Kneipe. Kann aber auch mal richtig leer sein und trotzdem fühlt man sich immer wohl und geborgen. Und was das Kino betrifft: das darf sich ruhig in die Reihe der besten Programmkinos in Berlin einreihen, das Programm ist immer sehenswert, die Wahl an Filmen und Filmreihen sehr gelungen und wird auch als monatlicher Taschenflyer angemessen propagiert. Ein Tip für alle, die noch nie da waren: am Tresen nach dem Hausbier fragen, das ist doch glatt 'n selbstgebraute Sorte. So was bieten seit einigen Jahren zwar einige gute Kneipen in Berlin, aber so oft nun auch wieder nicht, als das man es nicht erwähnen sollte. Auch schön ist das Öffnungsverhalten zu Weihnachten: selbst wenn man im Kinoprogramm liest, dass geschlossen ist, dann kann man sicher sein, dass trotzdem geöffnet wird. Nicht unbedingt am frühen Abend wie sonst, aber irgendwann spät, wenn sich ein paar Stammgäste dort treffen und auf einmal jemand von drinnen auftaucht und aufschließt, so als hätten beide Seiten nur aufeinander gewartet. read more