Ich bin stinksauer! Gerade komme ich aus dem Tabak-Kontor, wo mir eine der größten Frechheiten widerfahren ist, die ich jemals erlebt habe:
Nachdem ich schon einige Male in den Laden hineingeschnuppert und den ein oder anderen Tabak gekauft hatte, fiel mir vor ca. 3 Wochen eine Calabash-Pfeife ins Auge. Mit 245 EUR lag sie allerdings über der Grenze, die ich mir für eine Calasbash gesetzt hatte: nämlich 200 EUR. Ich fragte daher nach, ob man über den Preis verhandeln könne und wurde zum Chef geschickt (dass es der Chef war, habe ich erst heute erfahren). Der war weder sonderlich begeistert, dass ich mit ihm verhandeln wollte, noch sonst irgendwie freundlich. Immerhin machte er mir aber im Beisein meiner Freundin, die das somit bezeugen kann, das Angebot, die Pfeife für den ausgerufenen Preis zu kaufen und für bis zu 40 EUR Tabak dazu zu erhalten. Richtig überzeugt war ich nicht von dem Angebot, weswegen er mich fragte, ob ich in Leipzig wohne. Da ich das bejahte, sagte er, ich könne es mir ja überlegen und jederzeit auf das Angebot zurückkommen.
Heute hatte ich mich nun entschieden, das Angebot tatsächlich wahrzunehmen. Der Chef telefonierte, weswegen ich auf ihn warten und mich im Laden umsehen wollte. Nach ein paar Minuten sprach mich ein Mitarbeiter an und ich erklärte ihm, worum es ging und dass ich wohl besser mit dem Kollegen sprechen sollte, der mir das Angebot gemacht hatte. An dieser Stelle erfuhr ich, dass der Kollege der Chef war. Doch statt auf dessen Okay zu warten, machte der Mitarbeiter die Pfeife und den Tabak fertig, brachte alles zur Kasse und verschwand kurz.
Die Einkaufstüte war schon fertig, das Portemonnaie gezückt, als er zurückkam und sich folgender Dialog entspann:
Es gibt ein Problem. Der Chef kann sich nicht an das Angebot erinnern.
Dann muss ich eben noch mal mit ihm reden. An mein Gesicht wird er sich schon erinnern.
Das ist ein absolut ungewöhnlicher Vorgang. Der Chef kann sich nicht erinnern.
Ja, das kann schon sein. Es ist ja auch schon zwei, drei Wochen her. Dann muss ich eben noch mal mit ihm reden.
Das glaube ich nicht.
Dann nahm er den Einkaufsbeutel und stiefelte ohne ein weiteres Wort davon. Ich rief: Dann komme ich auch nicht wieder. Er, ohne sich umzudrehen: Ist nicht mein Problem.
Und so stand ich nun mitten im Laden, als Lügner hingestellt. Alle Umstehenden hatten die Szene natürlich mitbekommen. Das fühlt sich wirklich toll an.
Ich bin einfach nur stinkwütend und schockiert, dass sich ein Verkäufer so verhalten kann. Da greift das alte Sprichwort so was gibt's halt nur im Osten (stamme selbst aus Thüringen). Aus meinem alten Tabakstammgeschäft in Hessen war ich es gewohnt, immer mit Namen begrüßt und persönlich behandelt zu werden. So herzlich muss es zwar nicht sein, aber ein bisschen Anstand und ein Minimum an Verkaufskompetenz sollte man doch erwarten können.
Nach dieser Frechheit werde ich mich nun nach einer Alternative umsehen müssen, was, so weit ich bislang mitbekommen habe, in Leipzig nicht einfach ist (Vorschläge wären sehr erwünscht :)). Vermutlich werde ich meinen Tabak letztlich beim Heinrichs oder sonstwo im Internet bestellen müssen. An mir hat das Tabak-Kontor jedenfalls jemanden verloren, der bei guter Behandlung ein treuer Kunde geworden wäre. Ich hoffe, diese Konsequenz werden auch andere Kunden haben. read more