ACHTUNG! WARENUNTERSCHIEBUNG UND VERBRAUCHERBETRUG!!!
Am 27.12. 2019 haben wir zum "Essen" eine Flasche Rotwein Château St. Thomas Les Emirs Jahrgang 2011 für 32 Euro bestellt. Diese wurde BEREITS GEÖFFNET an den Tisch gebracht (O-Ton der Bedienung: "Ich habe die Flasche schon mal aufgemacht, damit der Wein Luft bekommt." Probeschluck wurde eingeschenkt, er hatte keinen Korkgeschmack, aber der Wein war definitiv kein Clos St. Thomas Les Emirs. Wir kennen und schätzen diesen libanesischen Wein aus den Rebsorten Cabernet Sauvignon, Syrah und Grenache. Er stammt aus der Bekaa-Ebene und wir haben ihn schon an anderer Stelle getrunken.
DIE INDIZIEN: Der von uns nachträglich geforderte und dann gelieferte Korken war ein Weißweinkorken(!), der keine rötlichen Farbspuren aufwies, wie sie nach einer mehr als 7-jährigen Flaschenlagerung eines farbstarken Rotweins selbstverständlich sind. Das Etikett der Flasche sah merkwürdig abgescheuert und ramponiert aus, die Kapsel hatte keine scharfkantigen Schnittspuren des Kapselschneides mehr, sondern war an den Schnittstellen rund und abgegriffen. Diese Flasche war schon lange im Einsatz. Der Inhalt war abgestanden, sauer, bitter und ohne jede Frucht - entweder sind es gesammelte Weinreste gewesen oder ein schäbiger Billigrotwein, der uns hier untergeschoben wurde.
Wir baten um eine neue Flasche, die aber dieses Mal erst am Tisch geöffnet werden sollte, nachdem wir sie gesehen und uns einverstanden erklärt hatten. Die Bedienung sagte, "Kein Problem, Sie müssen aber beide Flaschen bezahlen." Unser Kommentar: "Wir werden schon eine Lösung finden."
Die zweite Flasche wurde korrekt geliefert und geöffnet, hatte aber einen fiesen Korkfehler. Dafür konnte die Bedienung nichts und machte sich auf den Weg, die nächste Flasche zu holen. Diese war in Ordnung und schmeckte so wie ein libanesischer Spitzenwein schmecken muss: tiefgründig, balsamisch, mit Aromen von Trockenpflaume und Schwarzem Pfeffer, würzig und wärmend. Die Farbe war blickdicht und nicht so schwach und durchscheinend wie die des uns untergeschobenen Falsifikats, Fruchtsäure und Gerbstoffe waren zart und gut eingebunden.
Wir haben insgesamt 88 Euro bezahlt, darin enthalten war natürlich nur die eine korrekt gelieferte und geöffnete Flasche. Das Thema wurde von der Bedienung auch nicht wieder angeschnitten. Ich glaube, die waren nur heilfroh, dass wir aus dem Laden raus sind, ohne richtigen Ärger zu machen.
Trotzdem bleibt der dreiste Betrug und, was schlimmer wiegt, der Versuch uns für dumm zu verkaufen. Wir möchten nicht wissen, wie viele Flaschen Wein in der Preiskategorie über 30 Euro der "Service" vom Saytoune seinen unbedarften Gästen in bereits geöffneten Flaschen schon untergeschoben hat. So wie unser Corpus Delicti aussah, ist der Verbraucherbetrug hier jedenfalls gang und gäbe und - leider wohl auch erfolgreich, weil sich niemand wehrt. Mit der uns untergeschobenen Fake-Flasche sind vermutlich schon Dutzende Gäste übers Ohr gehauen worden.
Das Essen bewegt sich übrigens auf Kantinenniveau, die Falafel kommen aus der Fabrik, die Koriander-Zitronenbratkartoffeln sind schlapp und ölig, das Fladenbrot alt, kalt und ledrig. Das Essen wirkt insgesamt uninspiriert. Ein Imbiss macht so etwas genau so gut, wenn nicht besser.
FAZIT Wenn man hier überhaupt einkehren muss, wovon wir nach unserer traurigen Erfahrung selbstverständlich abraten, dann ist extreme Vorsicht geboten. GANZE WEINFLASCHEN IMMER AN DEN TISCH BRINGEN LASSEN UND PRÜFEN, OB ES DER BESTELLTE WEIN IST (DIE KAPSEL MUSS VORHANDEN UND UMBESCHÄDIGT SEIN), dann direkt am Tisch öffnen lassen.
Was sich im Saytoune im offenen Weinausschank abspielt, können wir nicht sagen, aber erfahrungsgemäß schenkt niemand korrekt glasweise aus, der beim Flaschenwein ein Betrüger ist ... read more