Das Sankt Pauli Museum sollte zu einem Hamburg-Besuch ebenso dazu gehören wie der Besuch von Hafen, Michel und dem Stadtteil des Museums selbst.
Das Museum mit seiner über Jahtzehnte hinweg zusammen getragenen Sammlung gibt es schon seit einer Ewigkeit; inzwischen hat es eine wunderbare Heimat mitten im (belebten) Herzen von St. Pauli gefunden - direkt in der berühmten Davidstraße. Authentischer könnte der Standort zwischen den Damen des Rotlichtgewerbes und den Feierwütigen kaum sein. Doch dass St. Pauli mehr ist als Amüsement und Haliigalli kann der Besucher des Kiezmuseums hier erfahren.
Es beherbergt eine übersichtliche, doch genau zusammengetragene Sammlung und beschreibt wie Geschichten zu Geschichte werden. So bekommt man sowohl Einblick in die Historie des Stadtteils als auch in das Leben verschiedener St. Paulianischen Originale wie Erna Thomsen († 2012), der Wirtin des legendären Silbersacks oder in das von Domenica (†2009), Deutschlands wohl bekanntester Prostituierten.
Wechselnde Sonderausstellungen sorgen für immer Neues zum Bestaunen. Auf manches Ereignis wird prompt reagiert, so z.B. auf die Ausrufung des Gefahrengebiets St. Pauli im Dezember 2012 - wie es sich für ein Museum gehört unpolitisch und viele verschiedenen Fakten zusammen tragend. Lokale, aber auch überregional bekannte Künstler stellen hier Bilder aus oder mit Lesungen oder musikalischen Auftritten ihre Werke auf der hauseigenen Bühne zur Schau.
Zu kämpfen hat das Museum mit einem sich eisern haltenden Gerücht, es würde nicht mehr existieren. Ein unsäglicher Zeitungsbericht, der nie so richtig widerlegt wurde, führte und führt manch einen immer noch zu dieser Falschannahme. Das Museum lebt! Und es hat inzwischen sogar eine Bar, die inzwischen Begegnungsstätte für Besucher, aber auch Nachbarschaftstreff für die Anwohnerinnen und Anwohner im Viertel geworden ist.
Wer dem Museum helfen möchte, kann Fördermitglied werden - oder einfach weiter erzählen, dass es noch existiert, liebevoll geführt wird, aber wie viele kulturelle Einrichtungen auf Spenden angewiesen ist und sich deswegen über Besucher freut.
Man kann das Museum übrigens auch mieten. Eine wirklich außergewöhnliche Location für eine Weihnachtsfeier, einen runden Geburtstag oder ein Betriebsfest! read more