Wie jedes Jahr, wenn wir nach Hamburg reisen, besuchen wir neben altbekannten und bewährten Restaurants auch mal eines, das wir bisher noch nicht kennen. Dieses Mal fiel,aufgrund guter Bewertungen in Zeitschriften usw., unsere Wahl auf das Rexrodt in der Papenhuder Straße.
Der vordere Gastraum, noch vollständig mit alten Jugenstil-Fliesen ausgestattet (früher war das Rexrodt mal eine Metzgerei) ist behutsam und stilvoll eingerichtet. Die Jugenstil-Lampen passen perfekt zum Interieur. Es ist zwar angenehm, dass keine Musikberieselung erfolgt, jedoch bekommt man dadurch die Unterhaltung der Gäste am Nachbartisch zuweilen zu
deutlich mit.
Die Bedienung begrüßte uns zunächst recht freundlich. Auch die Getränke, die wir geordert hatten, wurden -zusammen mit Brot und einem etwas langweiligen Kräuterquark- rasch an unseren Tisch gebracht.
Bei der Bestellung unserer Speisen zeigte sich die Dame schon nicht mehr so freundlich.
Wir fragten, welche Beilagen das Tagesgericht,das wir vor der Eingangstür auf einer handgeschriebnen Tafel gesehen hatten begleiten. Die Antwort: Das steht doch alles in der Speisekarte! Abgesehen davon, dass dies für keine der uns gereichten 4 Speisekarten der Fall war, hätten wir doch eine freundlichere Antwort erwartet. In dieser Weise ging es weiter.Auf die Frage, ob es möglich sei,anstellle des angebotenen Fenschels zum Fisch eine andere Gemüsebeilage und wenn ja, welche, zu bekommen, wurde uns ,wie wohl geantwortet?
Sie können alles bekommen, was in der Karte steht Wir vermissten eine kompetente Empfehlung, welche Gemüse am besten zum gewählten Fisch passt. Die Frage, welchen Gargrad das bestellte Entrecote haben sollte, schenkte sich die Bedienung ebenfalls.
Nach etwa 25 Minuten kamen die Vorspeisen:
2x Bärlauchsuppe mit Parmesancrouton, 1 Mal Frühlingssalate mit Vinaigrette von Gartenkräutern,Avocado,
mit frischem grünen Spargel & knusprigem Serranoschinken.
Der Salat für EUR 8,50 war frisch und gut angemacht, die Avocado fehlte allerdings. Die Bärlauchsuppe für EUR 6,50 schmeckte langweilig. Daran konnte auch das Parmesan Crostini, das seinen Namen nicht verdiente,denn es war keinesfalls knusprig, nichts ändern.
Nach dem Abräumen der Vorspeisen mussten wir mehr als 45 Minuten auf unsere Hauptgerichte warten. Leider hat sich der bekannte Spruch: Was lange währt, wird endlich gut, nicht bewahrheitet.
Zu den einzelnen Gerichten:
Die Spargel zum Kalbsrücken waren zwar frisch, aber sehr schlecht geschält. Ständig hatte man Fäden zwischen den Zähnen. Das Kalbsrückenstae selbst war nicht genießbar, was schon am Geruch erkennbar war. Alle Personen am Tisch probierten es und waren der gleichen Meinung. Die hinzugerufene Bedienung zweifelte dies jedoch an. Nun ja, nachdem es höchsten 70 bis 80 Gramm wog, war dies zu verschmerzen. Man konnte sich ja an den Kartoffeln und der durchschnittlich schmeckenden Sauce Hollandaise satt essen.
Das Medaillon vom Seeteufel
auf Krustentierjus, mit Risotto von frischen Gartenkräutern ( EUR 18,50) und grünem Spargel war ebenfalls keine Offenbarung. Leider war der gute Fisch zu lange gebraten und deshalb trocken.
Entrecôte vom Charolais Rind mit einer Kräutermarkhaube,
auf gebratenem Spargel-Frühlingsgemüse & Rosmarinkartoffeln (EUR18,50)war ohne diese Kräuterhaube und ohne Gemüse bestellt worden. Es kam allerdings so an den Tisch, wie es auf der Karte stand, also mit Gemüsen und Kräuterhaube, was die Bedienung beim Servieren am Tisch feststellte, und mit folgender Bemerkung quittierte:
Die Kräuterhaube können Sie ja abkratzen und das Gemüse liegen lassen
Das nicht bestellte Gemüse war übrigens sehr gut, das Entrecote, Gewicht ca. 150 Gramm leider extrem durchwachsen, sodass der tatsächlich essbare Anteil bei maximal 100 Gramm lag. Für einen 17-jährigen guten Esser eher ein Diätgericht.
Nachdem wir uns über die Qualität, insbesondere des Kalbsrückensteaks mit Spargel beschwert hatten, wurde uns zwar angeboten, dieses Gericht noch einmal zuzubereiten. Darauf verzichteten wir aus zweierlei Gründen:
1. Wir wollten nicht nochmal eine Stunde warten. Diejenigen Personen am Tisch, die ihr Hauptgericht schon gegessen hatten, wären ja bis dahin wieder hungrig geworden.
2. Wir waren nicht davon überzeugt, dass das neu zubereitete Essen besser schmecken würde.
Inzwischen hatten sich nämlich auch andere Gäste über zu lange Wartezeiten und die Qualität des Essens beschwert.Die Bedienung hatte dies damit erklärt, dass alles frisch zubereitet werde, (was ja eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte) und dass der Chef nicht im Hause sei. Wer gekocht hat, wissen wir zwar nicht, empfehlen aber, einen Kochkurs bei Herrn Niels-Ove Nielsen zu belegen. Denn das im Rexrodt gut gekocht werden kann, beweisen die zahllosen guten Kritiken.
Obwohl wir uns letztendlich auf eine Reduzierung der Rechnung geeinigt haben, war dieser Abend enttäuschend. Schade eigentlich, denn wir wären gern nochmal wiedergekommen. Aber wir wagen es nicht. read more