Mitten im pulsierenden Geflecht der einladend hergerichteten Altstadtgassen fanden wir zum eher unauffälligen Rendezvous bei Quiberon. Schon beim Eintreten ist das französische Flair spürbar und spätestens beim ersten französischen Wortwechsel mit der Chefin, die die Gäste willkommen heißt und zum Tisch führt, wird die bretonische Herkunft und hör- und erkennbar.
Auch die Speisekarte spiegelt diese im Nord-Westen Frankreichs beheimatete Tradition. Natürlich werden hier wechselnde Spezialitäten dargeboten - in der Karte und an der Wandtafel - , aber die typischen Crêpes und Galettes in vielfältigen Variationen bestimmen das Speiseangebot und sie werden zubereitet, wie dies in der Bretagne üblich ist. Gerade die Galettes, Pfannkuchen aus schwarzem Weizen, superdünn und knusprig zubereitet, mit einer Vielzahl schmackhafter Füllungen gelten als d i e eigentliche bretonische Spezialität. Wir wählten als Vorspeise die haustypische Variante und danach die ebenfalls nach bretonischer Art frisch zubereitete Fischsuppe. Beides war ungemein lecker, ja die Fischsuppe schmeckte ausgesprochen delikat und war als Hauptgericht ohne Fehl und Tadel. Der vom Haus empfohlene 'Corbeau blanc' war ein bemerkenswert guter Weißwein, der mit der Fischsuppe hervorragend korrespondierte.
Trotz einer Vielzahl gut bekannter Stammgäste galt die Aufmerksamkeit der Chefin allen Gästen gleichermaßen. Mit französischem Liebreiz und bretonischem Selbstbewusstsein fand sie das Gespräch mit jedem ihrer Gäste, ohne Platituden und häufig üblichem Getue. Wohl deswegen empfanden wir die zusätzliche Servicekraft als eher ungute Ergänzung, ihre Anreden waren fast schon plump, ihre Servicequalitäten wenig versiert. Doch dies schmälerte nur wenig unseren insgesamt guten Gesamteindruck.
Dieses Lokal ist nicht nur empfehlenswert, wir halten es für eine Besonderheit. read more