Wir hatten Glück, der Hunger war groß und der Sonnenuntergang an diesem wunderbaren Altweibersommmertag himmlisch. Genug der positiven Sachen.
Auf der Suche nach einer umgangssprachlich gut bürgerlichen Küche, verschlug es uns an McD vorbei direkt in diese Pfefferhöhe, nicht zu verwechseln mit der Hölle. An der Vitrine, gefüllt mit einem Modellbauschiff, und gegenüber des geschlossen Restaurantbereiches, vorbei an dem deutlich als defekt gekennzeichneten Naturalienautomat, Schritten wir auf Kachelteppichboden, im unverwechselbarem 80er Grünton geradewegs auf unsere 90er Jahre Tischgruppe zu. Die leider nicht übermäßig geputzte Scheibe, erlaubte einen noch annehmbaren Ausblick über den Kunstteich hinweg auf die Autobahn. Es wurde dunkel und es störte nicht.
Die Karte lag bereit. Über das Besteck konnte man dies nicht behaupten. Nach wenigen Sekunden wurde bereits nach Getränken wohlwollend freundlich gefragt. Welche auch prombt und schnell auf dem Tisch standen. Die sehr übersichtlich genannten, aber keinesfalls ausgefallenen Speisen, wurden aus der Kunstlederkarte geordert. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auf der letzten Seite alle Geschmacksverstärker und künstlichen Zutaten sehr vollständig aufgelistet waren. Ein Grillspieß mit Schwein, Rind und Hühnchen mit den sehr gut zusammenpassenden Beilagen Pommes und Reis, wurde ausdrücklich nur mit Reis bestellt. Das zweite Gericht (für den Herren), ein Schnitzel nach Jägers Art. Mit Pommes.
Das Restaurant war zu diesem Zeitpunkt mit beachtlichen 8 Gästen sehr spärlich besetzt und somit konnte natürlich nicht erwartet werden, dass durch die hohe Auslastung der Küche, schnell mit dem Essen zu rechnen sei. Wir warteten. Um diese Zeit nachzuvollziehen, bietet sich ein kleiner Spaziergang oder eine Episode Tagesschau an. Zeitgleich kam endlich das Essen. Sehr gut.
Die Küche verstand leider die Notizen der freundlichen Servicekraft falsch, und der Grillspieß wurde mit Pommes UND Reis serviert. Ketchup fehlte, doch konnte dieser nachbestellt werden. Auf unterschiedliche Bratenzeiten des Fleisches wurde keine Rücksicht genommen, das Hühnchen war trocken. Allerdings fand es auf der Asia-Chilli-Supermarkt-Sause etwas wässriges. Die nicht bestellen Pommes wurden durch eine zweite Portion Reis ersetzt. Der gut gemeinte Mandelreis war auch bei der Ersatzportion ein Desaster. Die ganze Bitterkeit zu heiß und schnell gebratener Mandeln entfaltete sich beim Essen. Dabei fiel die mit Käse überbackene halbe Tomate gar nicht mehr auf.
Das Schnitzel, in Form eines hastig erhitzten, tiefgekühlten Fleischklumpens erreichte uns mit einer der letzten Seite der Speisekarte entsprungen Soße.
Zu einem guten Essen, gehört oft ein Toilettengang. Dies würde keiner Erwähnung bedürfen, wenn es nicht erwähnenswert sei. An der Vitrine vorbei, ging es also (die Treppe) abwärts. Auch dieser Bereich des Hauses entsprach dem Rest. Oha, ein Toilettenmann. Rosa Waschbecken, 70er Steinfliesen und ein paar Spinnen bildeten ein harmonisches Ambiente im Keller, welcher durch die Sauberkeit einem kürzlichen Friseurbesuch recht nahe kam.
Beim verlassen des Hotel und Restaurants, die Dunkelheit hielt nun auch in der Natur Einzug, wurde der gewonnene Eindruck verstärkt. Die Beleuchtung des Leuchtschildes Restaurant war ebenso wie in etwa die Hälfte der Glühbirnen im Eingangsbereich defekt.
Ein unvergesslicher Höhepunkt ging zu Ende. Leider zur Nachahmung nicht empfohlen. read more