Gestern habe ich zum ersten Mal ein Konzert im Palladium besucht. Das E-Werk nebenan kenne ich bereits von einigen Konzerten, es ist aber etwas kleiner und hat eine andere Aufteilung.
Da ich normalerweise auf kleinere Konzerte gehe, wie z. B. im Luxor, bin ich größere Hallen nicht mehr so gewöhnt, habe aber damit gerechnet, dass es natürlich sehr voll wird und ich - nicht allzu groß - auch nicht viel sehen werde, je nachdem wo ich stehe. Ich würde sagen, das betrifft 95% des Konzerts. Nur größere Leute oder eine bessere Position (wie z. B. die oberen Ränge) haben dort eine Chance, ein Konzert wirklich "zu erleben". Wenn ich die Musiker nicht sehen kann, dann wird mir der Zugang zur Musik und zum Geschehen auf der Bühne schon erschwert - da kann das Publikum noch so toll mitmachen...
Der Sound war ebenfalls eine herbe Enttäuschung. Grob gesagt handelte es sich auch um ein Rockkonzert, Richt. Mittelalter. Dabei sollte man jedoch nicht nur die E-Gitarren überlaut raushören, sondern auch die Stimme des Sängers, die sich in diesem Fall mit dem Gitarrensound nach eigentlich gar nichts anhörte. Nur bei ruhigeren Passagen waren einzelne (klassische) Instrumente und Stimmen zu hören, was bei dieser immer noch umfangreichen Form von Rockmusik wirklich eine Schande ist! Heraus kam oft genug ein Soundgematsche, bei dem man manche Songs nur am Mitgesang der Fans erraten konnte.
Schlimmer war jedoch der anschließende Weg von der vollen Halle zu den im Keller liegenden Garderoben. Hierbei wurde ziemlich deutlich, dass die Verlegung der Räume und der Wege nach Draußen/zur Bar/zum Merch-Stand völlig chaotisch verliefen und anscheinend einer fehlerhaften Planung unterliegen. Während durch die vielen Türen das Fanvolk vor allem in die Richt. Ausgang stürmten, versuchte ein anderer großer Teil in die Gegenrichtung zu den Garderoben, zur Treppe zu gelangen. Das Ergebnis waren zwei Strömungen, Quetschen, Gedrängel und zumindest keine Panik. Der Strom Richt. Treppe wurde vom Sicherheitsdienst auch noch wie ein Nadelöhr verengt, so dass nur wenige Leute die Treppe passieren konnten. Einerseits ist es sicherlich klüger, wenn nicht alle die Treppe herunterstürmen. Andererseits wurde dadurch noch ein stärkerer Stau verursacht, es ging langsam voran, man wurde gezwungen, Freunde hinter der Absperrung zurückzulassen und sie unten wieder abzufangen. Keine sehr elegante Lösung und in Bezug auf das Unglück der Loveparade sollte hier dringend über einen Umbau nachgedacht werden! Die Garderobe sollte möglichst in ebenerdig in Ausgangsnähe liegen, so dass es keinen Stau in die entgegengesetzen Richtungen gibt. Zudem müsste der Strom, der nicht zur Garderobe sollte, anders gelenkt werden.
Für eine so große Location ist die Aufteilung wirklich unzureichend und sehr gefährlich, für kleinere Menschen oder Menschen mit Kindern, die in diesem Strom untergehen können. Ich hoffe sehr, dass sich darüber Gedanken gemacht wird. Ich werde die Location ohnehin selten besuchen - weder mag ich solch große Konzerte ohne Sicht auf die Bühne, noch hat mich der Sound begeistert. read more