Nun, es kommt auf die Verkäuferin an, die gerade im Laden ist. Ich möchte gerne schildern, was ich erlebt habe. Gestern war ich auf der Suche nach einem Block oder einer Leinwand, die es eigentlich nicht in den gewünschten Maßen gibt. Obwohl ein Mann, offensichtlich ein Künstler, schon vor mir da war und die Verkäuferin mit ihm angeregt im Privatgespräch vertieft, hat sie mich dann doch noch sehr gut und freundlich beraten und sich sogar richtig dafür Zeit genommen - und das, obwohl sie außerdem auch Hunger hatte, denn sie hatte noch kein Mittag gegessen.Ich habe kurz überlegt, ob der Mann, mit Mantel und Hut bekleidet, vielleicht doch auch zum Personal gehört, denn sie fragte ihn, ob er ihr was zu Essen holen könnte oder ob sie selber gehen sollte und er so lange auf die Kundin aufpassen würde, damit die nichts klaut. Nun gut, sie hatte es sich ja dann anders überlegt und ich ging zufrieden mit der Ware nach Hause. Sie bot mir sogar einen Umtausch an, falls ich es mir doch noch anders überlegen würde. Heute war ich noch Mal dort, und ich hatte vor, viel zu kaufen: Zwei Leinwände, einen Calligraphy Pen, schwarze Ölfarbe evtl. Aquarellfarbe als Set oder einzeln und einen Aquarellblock. Leider war der Hut- und Mantel-Träger wieder oder immer noch da. Vielleicht gehört er ja auch irgendwie zum Inventar und ist der gute Hausfreund, aber Fakt ist, dass er den Verkauf behindert, weil er die Aufmerksamkeit der Verkäuferinnen ausschließlich auf sich zieht. Gestern hatte ich noch Glück, heute leider Pech, denn eine andere Frau stand hinter dem Ladentisch und war mit ihm in ein sehr angeregtes Privatgespräch vertieft. Weder wurde mein Gruß erwiedert, noch irgendwie Notiz von meiner Anwesenheit genommen. Ich wurde schlichtweg ignoriert. Das Blöde war nur, dass ich mir wirklich eine Beratung gewünscht hatte. Ich traute mich, die Beiden kurz zu unterbrechen, in dem ich sagte: Ich trau mich ja gar nicht, zu unterbrechen, aber ich hab da mal eine Frage...Ich suche Aquarellfarbe, worauf sie mir sogar zeigte, wo ich das Gesuchte finden kann. Dann zog der Mann, der offensichtlich sehr wichtig ist, sie wieder in ihren Bann. Es ging um den Erfinder der Glühbirne und ähnlich wichtige Themen. Da er aber auch ihre Hilfe beim Schneiden einforderte, die er natürlich sofort bekam, nehme ich an, dass er wohl doch zur "besseren" Kundschaft gehört... Ich hatte noch Fragen in Bezug auf die Aquarellfarben und überhaupt... und wartete noch eine ganze Weile ganz brav, aber eindeutig, ob die Verkäuferin sich doch irgendwann auch mir zuwenden würde, aber weit gefehlt. Außer uns Drei war niemand weiter im Laden. Irgendwann kam ich mir richtig vorgeführt vor und spürte, wie Ärger in mir hochkroch.. so ein Gefühl von gemobbt werden... Ich überlegte kurz, ob ich den Beiden ein gemütliches Straßencafe in der Nähe vorschlagen sollte, damit sie sich nicht so von der Kundschaft gestört fühlen, aber entschloss mich dann doch, einfach nur zu gehen. Also ließ ich den Aquarellblock, für den ich mich schon entschieden hatte, mit Karacho ins Regal knallen und verließ gefrustet das Geschäft mit leeren Händen, und ich hätte diese Dinge heute eigentlich gebraucht... Wenigstens habe ich ein Haufen Geld gespart! Das baut mich gerade wieder auf. read more