Vorbemerkung: Wir waren zu viert in diesem Lokal (zwei von uns sind Küchenchefs in der gehobenen Hotellerie, zwei ambitionierte Kochamateure) und haben vier unterschiedliche Gerichte konsumiert.
Zunächst einmal Lob für das Bier und die freundliche Bedienung!
Was den Gast erwartet:
1. Hamburger Schnitzel: Ein wabbeliges, lauwarmes Läppchen Fleisch (vermutlich Tiefkühlware aus dem Gefrierbeutel) ist bedeckt mit mit ebenso lauwarmen Erbsen mit nicht durchgegarten Tiefkühlmöhrenscheibchen an einer hellen, durchsichtigen, geschmacksneutralen Pampe, die über den Tellerrand tropft und einem durchgetrockneten Spiegelei (da spiegelt nichts mehr!). Auf demseben(!) Teller der Salat aus einer Kombination von Eisbergsalatschnipseln und Mais. Einzig die Bratkartoffeln sind halbwegs genießbar.
2. Spanferkel: Zwei Stücklein durchgepökeltes(!) Schweinefleisch an einer braunen, ebenfalls lauwarmen und geschmacksfreien Pampe (vermutlich angerührter Soßenbinder), in die ein Näpfchen mit Senf platziert ist.
3. Wildschweingulasch: Ein Portiönchen Fleisch in der braunen zähflüssigen Masse, die bereits vom Spanferkel bekannt ist und offensichtlich um dem Gericht eine blasse Ahnung von Aroma zukommen zu lassen exakt gezählte 14 Wacholderbeeren beinhaltet. Dazu werden durchgeweichte Kartoffeln und saure Gurken(!) gereicht.
4. Dorschfilet: Mehrfach übertötet, weshalb auch kein Fischmesser, sondern eines mit Wellenschliff gereicht wird.
Fazit: Man kiann sich angesichts dieser kuriosen Kombinationen das Lachen kaum verkneifen. Aber dieser Witz hat auch seinen Preis. Der Gast zahlt für eine durchschnittliche Imbissbude, die auf der Außenterrasse mit Launchmobiliar ein bisschen auf Schickimicki zu machen versucht. Schließlich muss der Jahresumsatz in 3-4 Monaten Saison herausgeknüppelt werden. Also besser diese Lokation links oder rechts liegen lassen und eher noch das Güldene M aufsuchen. Da weiß man nämlich, was einem blüht. read more