Nach nun etwa einem Jahr unter den Fittichen von Johannes ist es an der Zeit die Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Bevor ich mich festlegte wen ich als meinen Begleiter wähle nahm ich so viele Probestunden bei verschiedensten Lehrern wie es mir möglich war in Anspruch. Jetzt bin ich mir sicher dass meine Entscheidung damals nicht besser hätte ausfallen können. Zwar kam ich mit einer halbwegs soliden musikalischen Vorbildung an, das Benutzen der Stimme allerdings war unerforschtes Terrain für mich. Mehr als bei jedem anderen Instrument gibt man beim Singen seine Persönlichkeit preis, was gerade am Anfang heißt die Hosen herunterzulassen. Das stellte sich bei Johannes allerdings als spaßiger heraus als beim Rest der Kandidaten; denn obwohl man sich hier das ein oder andere mal mit ungewöhnlichen Ideen konfrontiert sieht um die eigene Stimme herauszukitzeln kommt man sich dank der entspannten und freundschaftlichen Atmosphäre doch nie wirklich wie ein Depp vor was dann häufig auch noch mit erfreulichen Ergebnissen belohnt wird. Im Allgemeinen würde ich den Unterricht als überhaupt nicht theorieverliebt bezeichnen, wenn auch man natürlich von Anfang an eine vernünftige Atmung und Technik beigebracht bekommt. Der Schalter zu einer guten Technik, bei mir zumindest, liegt im Kopf und wird durch Vorstellung und das Hineinversetzen in die Musik umgelegt. Und da spielt wieder die Unterrichtsatmosphäre eine entscheidende Rolle die einen weit über das bloße Singen hinaus bringt. Man weiß dass man auch bei persönlichen oder beruflichen Fragen auf den ein oder anderen hilfreichen Ratschlag bauen kann. Seine größte Stärke jedoch zeigt Johannes beim individuellen Eingehen auf seine Schüler. Es hat doch jeder Sänger eigene Ziele und Vorstellungen von der Musik die er machen will und so versucht er nicht beispielsweise aus mir als Rocker einen Chorknaben zu formen sondern gibt Ratschläge wie ich das Dreckige in meiner Stimme zum Vorschein bringen kann. Der eine übt Ave Maria ein, der andere alte Heavy Metal Klassiker und beide werden gleichermaßen in ihrer eigenen Form der Authentizität unterstützt. Blicke ich auf das vergangene Jahr zurück war es eine der besten Entscheidungen mit den Gesangsstunden anzufangen. Eine reine Wohltat für Körper, Geist und Seele, ein großer Schritt in meiner musikalischen Entwicklung und last but not least: Welcher Frau kann man nicht mit einem nur für sie gesungenen Lied imponieren? Danke dafür Johannes! read more