Ich reise gerne; ja ich liebe es zu reisen! Gerade nach längeren Reisen, die oft unbequem sein können, freue ich mich auf eine gemütliche Unterkunft. Je nach Anlass greife ich hier auf ein Zelt, CouchSurfing oder - wie im Falle dieser Reise - ganz klassisch ein Hotel zurück. Die Erwartungen sind entsprechend natürlich auch selten die gleichen - kann man ein winziges Zelt mit unbequemem Boden ja wohl kaum mit einem kuscheligen Hotelbett vergleichen! Oder?
Ich habe viele, viele Nächte in Zelten und auf WG-Sofas deutlich angenehmer in Erinnerung, als die beiden Übernachtungen im Ibis-Hotel in München im August 2013! Beim nächsten mal werde ich einen Zeltplatz als Alternative in Betracht ziehen - das dürfte bequemer werden, vom Preis-Leistungs-Verhältnis ganz zu schweigen.
Nun denn, zur Sache - warum bin ich so unzufrieden?
Wir sind zu zweit nach München gereist, 2 Einzelzimmer, 2 Nächte. Schon die Buchung über die Ibis-Website hatte ihre Tücken. Der Klick auf den Link zur AGB, die gelesen zu haben man bestätigt, verwirft alle bisherigen Eingaben. (Hallo, Entwickler! Ich glaube ihr habt in den letzten 10 Jahren in Sachen Web-Technologie ein bisschen was verpasst!) Nun denn, bevor man alles zum dritten mal eingeben muss, ist auch der deutlich über dem auf der Startseite angepriesenen Angebot liegende Preis akzeptiert. Was soll's, jetzt noch mal von vorne nach einem Hotel suchen? Ohhh nein. Gesagt, getan, gereist.
Beim Check-in war man interessiert, welcher Gast denn jetzt mit welchem verwandt sein könnte, man müsse ja so viele Papiere ausfüllen, wäre nicht ein Meldebogen genug? Na gut, dann nur einer, passt schon. Mir soll's recht sein. Und bezahlen solle man gleich. Für beide Zimmer für beide Nächte. Wenn möglich in bar. Nein - eine Quittung gäbe es erst morgen. Man könnte eine vorläufige Rechnung über den halben Preis ausstellen. Ohne Rechnungsnummer versteht sich. Über die andere Hälfte? Nein, da müsse man den Mitarbeitern schon vertrauen. Eine sehr interessante Praxis, die ich von Hotelketten bisher nicht kannte...
Also gut, ab aufs Zimmer. City-Hotel, München, da erwartet man nicht viel. Klein war's, aber ich hatte zum Glück keinen großen Koffer dabei. Alles noch im Rahmen. Klein war aber leider auch das Bett. Ein Standard-Maß von zwei Metern hätte ich schon erwartet - hier bekommt man komfortable 1,90m. In Kombination mit einem Riesenflauschkissen bedeutet das: Kissen weg oder Füße unten überhängen lassen. Na ja. Die "In 15 Minuten lösen wir Ihr Problem oder sie bekommen Rabatt"-Versprechen entpuppten sich in dieser Sache leider auch als Lüge. Kein größeres Bett, kein Preisnachlass. Auf wiederholte Nachfrage hieß es nur, "man würde das weitergeben". Schade. Auf dem Zimmer fand sich leider auch kein Safe. Nun reise ich als IT-Freelancer selten ohne mein Notebook. Das hat dann mit Ach und Krach in den Hotel-Safe an der Lobby gepasst. Der ist allerdings nur bis zu 7.500 € versichert, was ein eher symbolischer Betrag ist, für den Fall, dass jemand wirklich mein Notebook und die Daten stiehlt. Alternativen? Keine.
Alternativlos scheint hier alles zu sein. Probleme sind nicht zu lösen. Die gigantischen Pixelfehler im TV-Gerät habe ich gar nicht mehr erwähnt. Auch nicht, dass die absolut fehlkonstruierte Duschtasse ein Duschen ohne Überschwemmung des halben Zimmers nicht zulässt. Dass man die Zimmer spontan sinnvoll schallisolieren würde, habe ich auch nicht erwartet, insofern habe ich es in Kauf genommen, 10-15 mal pro Nacht geweckt zu werden - und ich habe weiß Gott keinen leichten Schlaf!
Gesteigert wurde die Freude, in diesem luxuriösen Hotel zu residieren nur noch durch die Bedienung an der Hotelbar. Nach 10 Minuten ohne Service und 2 angesprochenen Mitarbeitern sind wir halt nebenan in die Kaffee-Bar gegangen. Verärgert. Allgemein machte das Personal einen unfreundlichen, überarbeiteten und gestreßten Eindruck.
Ich kann jedem Menschen, der Wert auf Nachtruhe, eine Hotelbar oder sicher deponierte Wertsachen legt, sowie jedem Menschen mit einer Körpergröße ab 1,85 m nur empfehlen, einen großen Bogen um das Ibis-Hotel in München zu machen. Fazit: Für 180 € zwei Nächte kaum geschlafen. In diesem Sinne: Gute Nacht.
Ach und bevor ich's vergesse: WLAN auf den Zimmer natürlich nur gegen Cash... read more