ich frage mich, wo ich bei der kritischen betrachtung dieses restaurants anfangen soll. am besten gehe ich chronologisch vor: den empfang durch den chef des hauses würde ich als fragwürdig bezeichnen. ein unangenehm, aufdringlicher mensch, der nicht müde wird seine gäste zu belehren. ich sollte vielleicht erwähnen, dass wir für eine firmen-weihnachtsfeier reserviert hatten und es ein missverständnis gegeben hatte. anstatt uns stillschweigend entgegen zu kommen, wie ich es von häusern gewohnt bin, die im niveau deutlich über dem aktuell besprochenen liegen, war der chef dieses hauses aufbrausend, belehrend und sich sogar nicht zu schade uns noch am tisch die reservierungsmail vorzulegen. eigentlich eine frechheit. genau wie seine anmerkung also bitte wir sind ein restaurant als ein kollege, nach vergeblichen versuchen seine jacke abzugeben, diese jacke über seinen stuhl hängen wollte, nachdem man bereits mehr als 5 minuten sinnlos im raum stand. wir sind ein restaurant ich lasse mir diesen satz auf der zunge zergehen und überlege, welche annahme den chef zu dieser behauptung verleitet. die unsaubere tischdecke, das unpolierte besteck oder die einfachen gläser aus drei verschiedenen serien können es ja wohl nicht sein. ich setze also alle hoffnung auf das angebotene menü. hierzu wäre zu sagen, dass ich dem chef des hauses vorab bei der reservierung das angebot gemacht hatte, sich auf einige wenige hauptspeisen zu beschränken, weil wir gerne alle gemeinsam ein warmes essen zu uns nehmen würde. damals gab es schon eine belehrung, dass das alles kein problem sei und sich die gäste (13 personen) gerne frei aus der karte bestellen sollten. man würde sich erfahrungsgemäß auf 3-4 gerichte einigen. in unserem fall ist diese rechnung des wirts leider nicht aufgegangen. das hatte zur folge, dass einige kollegen ihr essen bekamen als andere längst angefangen hatten, und dass weite teile des essens entweder garnnicht erst erwärmt oder bereits wieder erkaltet waren. ich kann mir meine noch immer gute stimmung nur dadurch erklären, dass ich das alles geahnt hatte als ich die speisekarte sah. zu viele, zu anspruchsvolle gerichte und das zu wesentlich zu günstigen preisen, das kann doch nicht gut gehen. im nachhinein wurde meine böse vorahnung bestätigt. allerdings ist mir mttlerweile klar, dass zwar die preise für das essen und die flaschenweine recht moderat kalkuliert waren, dass das aber durch einen einfachen espresso für 3,30 EUR durchaus zu kompensieren versucht wurde. das einzig positive an diesem abend waren die weine, aber die hat der chef ja auch nur bestellt und nicht selbst ausgebaut. zu unserem glück.
am ende muss ich mich über die positiven bewertungen des hauses wundern und mich fragen, ob eigentlich jedes restaurant einen michelin-aufkleber tragen darf und ob die tester überhaupt je vor ort waren. read more