Ich habe bisher 2 Brillen beide preislich recht gehoben im Haus der Brille gekauft und dabei leider ziemlich unterschiedliche Erfahrungen gemacht:
Bei der ersten Brille lief alles gut: Service, Lieferzeit, Brille hat gepasst und ich war mit der Brille sehr lange zufrieden.
Bei Brille Nummer 2 sieht die Sache leider etwas anders aus: nachdem ich mich für eine Fassung entschieden hatte wurden mit sehr teure Gläser (beidseitig geschliffen) empfohlen, die angeblich auch an den Rändern sehr verzerrungsfrei seien. Dafür war ein zusätzliches Messgerät nötig.
Nachdem die Gläser dann nach über einer Woche da waren, das erste Problem: sie waren viel zu schwach. Die Mitarbeiterin, der ich das sagte, meinte dazu, dass es normal sei, dass ich mich an die Brille gewöhnen müsse. Da ich seit rund 20 Jahren (!) eine Brille trage meinte ich zu ihr, dass ich durchaus weiß dass eine Brille Gewöhnung braucht, ich mit dieser aber nicht scharf sehen kann was NICHT normal ist.
Nachdem der Chef sich das angesehen hatte wollte man die Gläser zurückschicken und gegen herkömmliche (nicht beidseitig geschliffene) tauschen, da der Chef meinte, das neue Messgerät könne das Problem sein.
Dann hörte ich über einen Monat lang erstmal gar nichts. Auf meinen Anruf hin teilte man mir dann mit, dass man nochmal nachmessen wolle (was eigentlich schon geschehen war).
Nachdem nachgemessen wurde, kamen plötzlich so nebenbei Vorwürfe, ich hätte falsche Angaben gemacht und somit wäre das Ganze mein Fehler gewesen. Dazu kann ich wiederum sagen: ich hatte schon wirklich viele Brillen in meinem Leben und noch NIE ein Problem mit falschen Gläsern gehabt.
Als dann nach mehreren Malen Nachmessen die Gläser über 2 Monate nach meiner ursprünglichen Bestellung kamen, wollte ich die rund 30 Euro pro Glas, die sie billiger sein müssten (weil nur einseitig geschliffen) erstattet bekommen. Dazu die äußerst unfreundliche Auskunft des Chefs: es sei alles mein Fehler gewesen und die neuen Gläser wären sowieso dünner als die ursprünglichen (was immer noch einen Unterschied von 20 Euro gemacht hätte wenn es denn gestimmt hätte auch diese 20 EUR habe ich nicht erstattet bekommen). Doch die Gläser hatten genau die selbe Dicke wie vorher. Als ich den Chef auf das neue Messgerät als mögliche Fehlerquelle hinwies, wurde dies barsch zurückgewiesen, obwohl er es beim letzten Besuch selbst angegeben hatte, ohne dass ich das irgendwie auch nur angedeutet hätte.
Alles in allem habe ich also sehr lange auf meine Brille gewartet, die obendrein noch überteuert war, mir dazu noch unverschämte Unterstellungen angehört und mich unfreundlich behandeln lassen zum letzten Mal in diesem Laden.
Die aberwitzige Idee allein, es würde mir irgendeinen Vorteil verschaffen, wenn ich falsche Angaben mache, hat mich schon verblüfft muss ich sagen.
Obendrein belehrte man mich, dass man die Gläser aus reiner Kulanz getauscht hätte, wo solle denn bitte der Fehler liegen wenn nicht bei mir. Tja. Normalerweise gilt ja die Unschuldsvermutung bis die Schuld bewiesen ist, aber wenn es um 60 Euro und einen Kunden geht (bei einer Brille von 850 Euro), ist das mit der Kulanz anscheinend sehr eng begrenzt.
Kann ich alles in allem leider nicht mehr empfehlen, denn ich bin immer noch der Meinung, dass ich für über 800 Euro ein Recht auf eine passende Brille habe und nicht auf sogenannte Kulanz.
Nachtrag:
Wenn es tatsächlich meine Schuld gewesen wäre, wieso ist der
Chef dann von sich aus sofort von den beidseitig geschliffenen Gläsern
zurückgewichen wo ich sie sogar schon bezahlt hatte?
Denn wenn die falschen Werte tatsächlich mein
Fehler gewesen wären, dann hätte die Art des Glases ja absolut nichts zur Sache getan.
Komischerweise haben die normalen Gläser dann auch gleich beim ersten Anlauf gepasst.
Ich frage mich also, bei wem hier eigentlich die Beweisschuld liegt und wer im Endeffekt tatsächlich kulant war: das Haus der Brille oder ich. read more