Im Rahmen einer Familienfeier haben wir den Goldenen Löwen als Quartier für unsere Gäste gewählt und waren in diesem Zusammenhang einmal zu Abend essen und haben zwei mal dort gefrühstückt.
Die Erfahrungen mit dem Goldenen Löwen und der Wunsch sie zu teilen, haben mich dazu motiviert, mich hier anzumelden.
Zuerst zum Haus an sich:
Der Goldene Löwe verkauft sich ala ältestes Gasthaus der Stadt. Man darf also rustikale, gutbürgerliche Küche erwarten, nichts all zu modernes. Dessen war ich mir bewusst.
Leider scheint im Goldenen Löwen jedoch die Zeit seit den 70er Jahren stehen geblieben zu sein und so herrscht ein ungewolltes DDR-Ambiente. Die Möbel sind alt und unschön. Kitschige Bilder zieren die Wände. Auch der Standard der Zimmer ist dementsprechend. Die Toiletten sind hingegen in Ordnung.
Das Ambiente wäre für das Essen ja nicht ausschlaggebend, aber auch an anderen Ecken hapert es.
Es fängt damit an, dass die Karte nur sehr wenige und gleichartige Gerichte kennt, die allesamt aus Omas Kochbuch stammen könnten. Für eine aufgeschlossene Person, die sich gerne den kulinarischen Genüssen anderer Länder hingibt, also eher nichts. Aber dies möchte ich dem Gasthaus hier gar nicht unbedingt anlasten.
Das Geschirr ist altmodisch. Die Gerichte waren allesamt sehr durchschnittlich und schwammen Teilweise in Fett. So zum Beispiel meine Bratkartoffeln. Als Beilage gibt es fast nur fettige Tiefkühl-Kroketten. Mein Schnitzel war nicht besonders zu empfehlen, da es ziemlich dick, nicht besonders zart und fettig paniert war.
Was dem Abendessen aber die Krone aufsetzte, war die Bedienung, welche übrigens die Frau des Wirtes ist: Sie wusste durch ihre dominante, ungeschickte Art nicht zu überzeugen, ließ sich sehr viel zeit - so dass es nicht möglich war, dass alle zugleich ihr Essen bekamen - , vergaß Bestellungen und schien an ihrer Arbeit keine Freude zu haben.
Auf die Frage nach einem Zigarettenautomaten wurde eine Verwandte darauf hingewiesen, das Rauchen ungesund sei und wurde gefragt, ob sie es denn derart nötig hätte
Ein Nachtisch wurde verwehrt, da die Küche schon geschlossen hatte. Gegen 22 Uhr wurden wir gebeten zu gehen. An weiterem Umsatz bestand scheinbar kein Interesse.
Wenn auch dies schon eine schwache Vorstellung war, so wird es nun noch ärmer:
Morgens nahmen wir an zwei Tagen das Frühstück im Goldene Löwen ein, was jede der rund 15 Personen immerhin 8EUR kostete.
Was für diesen Betrag geboten wurde, war mehr als ungenügend, hatte allerhöchstens Jugendherbergsqualität. Wobei ich hier keine Jugendherberge diffamieren möchte!
Frisches Obst, Rührei, Müsli, eine große Brötchenauswahl, kulinarische Highlights gab es allesamt nicht. Nicht einmal Nutella, Honig oder Milch war auf dem Tisch.
Was für die über 100EUR geboten wurde, war: Etwa 20-30 Brötchen in 2-3 Sorten, größtenteils normale Schrippen/Semmeln, kein Vollkorn; Butter, Kaffee, Orangennektar oder Getränk mit etwas Orangensaft darin, eine Sorte Käse, 3-4 Sorten Wurst, ein Frühstücksei pro Person sowie zwei Sorten Marmelade direkt aus dem Glas(!). Am zweiten Morgen gab es als besondere Überraschung einen Teller Wiener Würstchen.
Alles in allem sehr dürftig und nichts, was von sich von einem Frühstück im Restaurant erwartet. Das hätte man alles zu Hause zu einem Bruchteil des Preises und ohne große Mühe haben können.
Über die Bedienung am morgen kann man sich übrigens nicht beschweren.
So viel also zu meinem Eindruck vom Goldenen Löwen. Den Besuch kann ich leider überhaupt nicht empfehlen!
Allerhöchstens Ostalgie-Fans könnten Gefallen an der unfreiwilligen Zeitreise finden. read more