Vorab etwas über mich: Ich bin seit 4 Jahren Schüler der GOS und gebe ehrlich zu, dass ich die Schule sehr mag.
Ich habe meine Jahre bisher sehr genossen und ich freue mich auch auf die Oberstufe. Natürlich ist die Gesamtsituation an der Goethe alles andere als gut. Allerdings ist Lehrern und Schülern, sowie der Schulleitung anzurechnen, dass sie versuchen, das Beste daraus zu machen.
Ich möchte auf einige Argumente meines Vorredners eingehen. Die Aussage, die Schule habe kein Geld für Papier, ist mehr schlecht als recht. Das einmalige (, längere) Fehlen von Papier war mehr dadurch verschuldet, dass etwas bei der Bestellung, als auch bei der Lieferung nicht ganz geklappt hat. Sobald das Papier dann schließlich geliefert und in der Schule eingetroffen war, war Papier geradezu im Überschuss dar, der für eine relativ lange Zeit gehalten hat. Das Fehlen von Papier war also nicht (zumindest nicht ausschlließlich) finanziell erklärbar.
Die Aussage, dass die Lehrkräfte keinen Einsatz leisten ist schlicht falsch. Womit soll diese Aussage belegt sein? Ich kenne Lehrkräfte an dieser Schule, die außerhalb ihrer Stunden Vertretungsstunden gegeben haben und zusätzlich noch AGs betreuen und leiten, um den Schülern noch mehr zu bieten. Lehrkräfte, die sich in ihrer Freizeit mit Projekten beschäftigt haben, um der Schule mehr Mittel zu bekommen. (Klimaschule, Sammeldrache etc.). Natürlich gibt es Lehrkräfte, die nur ihr minimum an Arbeit ausführen. Insgesamt beurteile ich das Engagement der Lehrer und Lehrerinnen, sowie der Schulleitung als mindestens gut ein.
Die Lehrer haben also durchaus freiwillig mehr Stunden gegeben, um das Lehrkräftedefizit auszugleichen. Dennoch kommt es in der Tat zu einer relativ hohen Stundenausfall-Dichte.
Wann fällt Unterricht denn aus? -Es sind nicht genügend Lehrkräfte vorhanden. Darauf hat die Schule allerdings praktisch keinen Einfluss. Vielmehr als zu sagen, die Schule benötige mehr Lehrkräfte (was die Schule die letzten Jahre immer wieder gemacht hat), geht da nicht. Ob die Schule die Mittel bekommt, mehr Lehrer einzustellen, hängt von den höheren Verwaltungsstellen ab.
Zum Zustand des Schulgebäudes kann ich nur sagen, die GOS benötigt (wie viele andere Schulen in Berlin) quasi eine Generalüberholung. Die Chancen die finanziellen oder personellen Mittel dafür gestellt zu bekommen, gehen bei derzeitiger Haushaltslage gleich null.
Natürlich darf es nicht zu Einstürzen oder ähnlichem kommen. Allerdings wird an Schulen ebenso wie an anderen öffentlichen Einrichtungen so gehandelt, eher nach dem Motto: reparieren wenns zu spät ist. Ähnlich ist es ja nur kurz zuvor gewesen, als es einen Wasserschaden (Regenwasser) über der Aula gab und es als folge in der Aula geregnet hat. Man wusste zwar, dass diese Gebiete überholt werden müssten und hat das auch mehrfach gesagt. Die Mittel für eine schnelle Restauration wurden aber erst gegeben, als es zu spät war, also das Wasser in der Aula.
Was könnte man in dieser Situation also machen? Man weiß, dass die Schule nirgendwo richtig (außer in den gerade neu sanierten Räumen wie Bio, teilweise Chem., Kunst und Küche), in einem guten Zustand ist. Es ist allerdings nicht wirklich möglich monatlich alle Lampen, Fenster, Decken zu prüfen, ob sie nicht runterfallen. Die der Schule also mehr oder minder die Hände gebunden sind, was öffentliche Mittel angeht, bleibt nur freiwilliges Engagement. Beispiele in der Vergangenheit haben gezeigt, was man erreichen kann, wenn Schüler, Lehrer, Eltern zusammen arbeiten, man möge doch nur in den Schulgarten gehen. Auch Klassenräume wurden schon als gemeinsame Projekte restauriert.
Das soll natürlich nicht entschuldigen, herrabstürzende Teile sind natürlich unaktzeptabel!
Ich möchte ja nur sagen, dass in vieler Hinsicht der Schule die Hände gebunden sind, oder sollte ich besser sagen, der Schulleitung. Was ich in meinen letzten Jahren mitbekommen habe, ist das die Lehrerschaft so gut wie es ging mit dem umständen umgegangen ist. (so war auch jahrelang bekannt, dass es im Doppeljahrgang extreme Probleme geben wird. Die warnenden Stimmen wurden jedoch geradezu mit Perfektion irgnoriert.
Damit möchte ich sagen, dass ich mich für das Berliner Schulsystem schäme, man wird ja geradezu verspottet, von so ziemlich allen anderen Bundesländern (leider, eigt, zurecht!). Schämen muss ich mich als Schüler der Goethe allerdings auf keinen Fall. Die Schule ist im Berliner Vergleich keine schlechte Schule, statistisch und auch aus Erfahrung (wer anderer Meinung ist, darf mich gerne wissen lassen). Ich bin stolz, wie gut die Schule Situationen im Verlauf der letzten ~5 Jahre gemeister hat, obwohl den Schulen mehr oder weniger Steine in den Weg gelegt wurden.
Zudem bedeutet Gymnasium auch mehr Selbstständigkeit. Und aus Erfahrung kann ich sagen, dass wenn man an dieser Schule etwas leisten will, man auch meistens in vielen verschiedenen Ebenen unterstützung findet.
Ich bin froh, dass ich auf der GOS bin und würde auch nicht wechseln read more