Im Wandlitzer Ortsteil Zerpenschleuse, Landkreis Barnim (Brandenburg) steht eine evangelische…read moreKirche, nur durch eine schmale Straße vom Finowkanal getrennt. Das Besondere an ihr ist, sie ist ein Ziegele Fachwerkkirche. Das Gotteshaus wurde in den Jahren 1844 bis 1845 auf den Fundamenten des Vorgängerbaus errichtet, nachdem der aus dem 18. Jahrhundert stammende baufällig geworden war.
Architekturhistorisch entstand der 1849 geweihte Saalbau im spätklassizistischen Fachwerkstil. Er ist 31 Meter (28 m + 3 m Apsis) lang und 15 Meter breit. Der reichlich 20 Meter hohe Kirchturm mit seiner schlanken Spitze bildet den Westgiebel des Sakralbaues. Auf dem Dach des Turmes erhebt sich eine mehrgliedrige Fachwerkturmspitze, deren Abschluss eine Turmkugel ist. Darauf erhebt sich das im Zuge der Restaurierungen neu vergoldete Kreuz.
Im Inneren besticht die Kirche durch eine schlichte, aber stilvolle Ausstattung, die von einem Kanzelaltar, einer umlaufenden Empore, einem klassizistischen Taufstein und der Kirchenorgel geprägt wird. Sie ist eine historische Buchholz-Orgel, die im Jahr 1847 von dem renommierten Berliner Orgelbauer Carl August Buchholz ( 1796 bis 1884 ) erbaut wurde.
Eine der beiden 1845 gegossenen Glocken überstand die Metallsuche des ersten Weltkrieges nicht. Aber mutige Männer hingen nur eine ab und so hat diese Kirche heute noch 1 eiserne Glocke. In diesem Zuge bedanke ich mich bei Herrn Hundt für diese Glockeninformation.
Diese Fachwerkkirche ist eingetragenes Baudenkmal, bestehend aus dem Ensemble des Kirchengebäudes und der umliegenden Anlage.
Restaurierungsmaßnahmen erhielten und schützten das empfindliche Fachwerksystem sowie die historische Substanz.
Leider ist sie keine "Offene Kirche". Aber sie ist regelmäßig zu den Gottesdiensten der evangelischen Kirchengemeinde Zerpenschleuse sowie zu Trauungen und regionale Konzerten oder kulturellen Veranstaltungen (wie dem Tag des offenen Denkmals) geöffnet. Man kann aber auch Glück haben und einer der "Schlüsselgewaltigen ;-) ist vor Ort.
Für informierte Besuchswillige ist die Umsetzung dieses Ansinnen nach vorheriger Absprache bei Herrn Hundt, Tel. 033395-303 oder direkt im Pfarramt Groß Schönebeck, Schlossstr. 9, Tel. 033393-341 möglich. Wir hatten leider nicht das oben genannte Glück und auch zu wenig Zeit... Daher gibt es auch nur "Außenbilder".
Auf jeden Fall ist sie zumindest architektonisch ein Hinkucker.